Zweiunddreissigstes Capitel.

IV. Pisidium C. Pfeiffer.
Erbsmuschel.

Muschel sehr klein, rundlich eiförmig, stets ungleichseitig. Wirbel mehr oder weniger aufgeblasen. Schloss mit einem Mittelzahn an der rechten und zwei Hauptzähnen an der linken Schale, und mit länglichen, lamellenartigen Seitenzähnen, im Verhältniss stärker, als bei Cyclas. Schlossband sehr klein und stets auf der kurzen Seite befindlich, so dass also hier die vordere Hälfte länger ist, als die hintere, während bei den andern Muscheln der Fall umgekehrt ist.

Das Thier gleicht ganz dem von Cyclas, aber seine Athemröhren sind in ihrer ganzen Länge mit einander verwachsen und bilden einen Sipho von sehr wechselnder Form, der bei der geringsten Erschütterung zurückgezogen wird.

Die Jungen entwickeln sich innerhalb der Kiemen des Mutterthiers, aber nicht in einer besonderen Bruttasche, sie sind verhältnissmässig sehr gross und man findet nur wenige auf einmal (Baudon).

Die Erbsmuscheln finden sich zwar auch im stehenden Wasser und kleinen Pfützen, aber mit Vorliebe in fliessendem Wasser, in Wiesengräben, Quellen und deren Abflüssen, im Schlamm verborgen. Sie scheinen ziemlich lang ohne Wasser aushalten zu können; Dr. C. Koch theilte mir mit, dass er sie in Hungerquellen gefunden habe, die 7–8 Monate im Jahr kein Wasser haben, sie stecken dann oft mit Hydrobien, Carychien und Vertigo zusammen im feuchten Laub oder Moos. Man sammelt sie am besten, indem man den Schlamm durchsiebt oder in einem Netz ausspühlt. Baudon fand sie öfters an todten Thieren, Knochen u. dgl. in Menge klebend, wahrscheinlich weil sie dem mit Nahrungsstoff gesättigten Wasser nachgehen, und er hat sie mit Erfolg durch solchen Köder herbeigelockt.

Die Pisidien sind bei ihrer Kleinheit natürlich noch viel schwerer zu unterscheiden, als die Unionen, denen sie an Wandelbarkeit nicht nachstehen. Dazu kommt, dass es noch immer an einer eingehenden Bearbeitung der deutschen Pisidien fehlt, wie sie den englischen durch Jenyns, den schwedischen durch Malm, den französischen durch Baudon, dessen Essai monographique ich hauptsächlich folge und auch die Abbildungen entlehnt habe, zu Theil geworden ist. Die deutschen Faunisten begnügen sich damit, die herkömmlichen Arten aufzuführen, und ich kann leider von diesem Brauche nicht abweichen, da mein Material zu unbedeutend ist und sich wesentlich auf die Umgebung von Frankfurt und einige Puncte um Biedenkopf beschränkt.

Mit Sicherheit kommen bei uns vier Arten vor, die sich folgendermassen unterscheiden:

a. Schale 7–12 Mm. lang, stark gerippt, sehr ungleichseitig, Wirbel nach vorn geneigt.

P. amnicum Müll.

b. Schale unter 6 Mm. lang.

α. Schalen ziemlich gleichseitig.

Muschel sehr bauchig, aufgetrieben, Wirbel vorstehend, Dim. ziemlich gleich, 2½-3 Mm.

P. obtusale C. Pfr.

Muschel weniger bauchig, fast ganz gleichseitig, blassgelb, Wirbel rundlich, vorspringend.

P. pusillum Jen.

β. Schale sehr ungleichseitig, mit kaum vorspringenden Wirbeln.

P. casertanum Poli.

Eine Bereicherung unserer Fauna ist sicher zu erwarten, sobald man anfängt, diese kleinsten Muscheln etwas mehr als bisher zu beachten.

12. Pisidium amnicum Müller.
Schiefe Erbsmuschel.

Syn. P. obliquum C. Pfr., Cyclas obliqua Lam.

Muschel beinahe eiförmig, ungleichseitig, bauchig, doch weniger gewölbt, als die andern Arten, unregelmässig dreieckig, wenig glänzend, zierlich gestreift, fast gerippt, äusserlich gelblichgrau, innen bläulich. Wirbel wenig erhaben, nach vorn geneigt. Der Hauptzahn des Schlosses gespalten, daneben jederseits ein paar kaum wahrnehmbare Nebenzähne, an die sich die sehr dünnen Schlossleisten anschliessen. Länge 7–12 Mm., Höhe 6 Mm., Dicke 4–6 Mm.

Thier etwas durchscheinend, weisslich oder graulich, mit kurzem, breiten Fuss. Athemröhre kurz, kegelförmig, am Ende schräg abgestutzt.

Die grösste unserer Erbsmuscheln liebt fliessendes Wasser, kommt aber auch im stehenden vor; sie scheint in Nassau nicht eben häufig zu sein. Im Sonnenberger Bach bei Wiesbaden (Thomae). In Wiesengräben bei Idstein (A. Römer). In der Lahn bei Marburg, selten (C. Pfeiffer). Bei Cronberg (Dickin). Nicht häufig bei Hanau: Bulauwald, Lamboiwald, Ehrensäule, Wilhelmsbader Wald (Speyer). In der Sulzbach (Ickrath). Besonders schöne, grosse Exemplare, bis zu 12 Mm. lang, fand ich in der Wickerbach oberhalb der Flörsheimer Kalksteinbrüche sehr zahlreich. Selten in der Rutzebach bei Darmstadt. (Ickrath).

13. Pisidium obtusale C. Pfr.
Stumpfe Erbsmuschel.

Muschel schief herzförmig, bauchig, nur wenig ungleichseitig, sehr fein, kaum bemerklich gestreift, glänzend, durchsichtig, gelblichweiss. Der Unterrand scharf, die Wirbelspitzen vorstehend, sehr stumpf, gerundet, der Wirbel ziemlich nahe an der Mitte stehend. Länge und Höhe gleich, 2–4 Mm., Dicke 1½-3 Mm.

Thier grau, mitunter gelblich oder röthlich, mit ziemlich langem, spitzem Fuss. Athemröhre etwas kegelig, kurz, abgestutzt, mit kleiner ganzrandiger Oeffnung (Moq.-Tand.).

Im Schlamme kleinerer Wassergräben, aber auch in den Buchten des Mains. In der Tränke bei Wiesbaden. (Thomae). In Lachen an der Lamboibrücke bei Hanau (Speyer). Im Schwanheimer Hauptgraben. — Ueber die Exemplare aus dem Main bemerkt mir Herr Clessin in Dinkelscherben, dass die Wirbel für diese Art zu weit nach vornen stehen und zu spitz sind, sie desshalb wahrscheinlich eher zu Pisid. conicum Baud. gehören dürften.

14. Pisidium pusillum Jenyns.
Kleinste Erbsmuschel.

Muschel sehr klein, dünn, fast gleichseitig, nur wenig bauchig, mit rundlichen, vorspringenden Wirbeln; die Streifen sind an den Wirbeln stärker und dichter als am übrigen Theil der Schale, so dass man zwei deutlich abgegränzte Parthieen der Schale unterscheiden kann; glänzend, blassgelb, die Wirbel grau. Der Hauptzahn der rechten Klappe springt ein wenig nach Innen vor; er ist flach zusammengedrückt und zeigt eine Furche, als ob er aus zweien zusammengeschmolzen sei; die beiden Zähne der linken Klappe sind ebenfalls nur durch eine sanfte Furche geschieden.

Thier weisslich, helldurchsichtig, sehr klein, der Fuss lang und schmal, die Athemröhre kurz, fast kegelförmig. (Baudon).

Ich erhielt diese Art aus einigen Teichen des Taunus durch Herrn Dickin. In den Waldquellen des Gebirgs, selbst im feuchten Moos austrocknender Hungerquellen um Biedenkopf und Dillenburg.

15. Pisidium casertanum Poli.
Quellen-Erbsmuschel.

Syn. Pisid. fontinale C. Pfeiffer.

Gehäuse schief herzförmig, bauchig, ungleichseitig, fein gestreift, durchscheinend, glänzend, gelblichweiss, der untere Rand scharf. Die Wirbel weniger erhaben. Schloss jederseits mit drei gegen einander geneigten Hauptzähnen, von denen der mittelste sehr klein ist. Grösse nach dem Fundorte sehr wechselnd; Länge 4–6 Mm.

Thier weisslich, durchscheinend; Fuss verlängert; Athemröhre kurz, von sehr wechselnder Gestalt. (Baudon).

In stehenden und fliessenden Gewässern, besonders aber in Quellen, allenthalben verbreitet und häufig.


Dreiunddreissigstes Capitel.
Tichogoniacea.

Muschel nachenförmig, gekielt, Buckel ganz am einen, schmalen Ende, Schloss mit nur einem Zahn. Das Thier befestigt sich durch einen Byssus.

16. Tichogonia Chemnitzii Rossmässler.
Eckwandmuschel.

Syn. Mytilus Wolgae Chemn., Chemnitzii Fér., polymorpha Pallas, Dreissena polymorpha v. Ben.

Muschel nachenförmig, aufgetrieben, jede Schale von dem spitzen Wirbel aus in einen sanften Bogen gekielt; Oberseite aufgetrieben, Unterseite flach; von den 4 Rändern, die man an andern Muscheln unterscheiden kann, fehlt der Vorderrand ganz; der Oberrand ist kurz, gerade, der Unterrand fast gerade, vom Wirbel aus in geneigter Richtung nach rechts und unten verlaufend, der Hinterrand leicht gekrümmt. Am Unterrand schliessen die Schalen nicht ganz, so dass ein Spalt für den Byssus bleibt. Farbe und Zeichnung sehr verschieden, meist schmutzig gelb mit Zickzackstreifen, die an jungen Exemplaren besonders deutlich sind, mit dem Alter verschwinden. Wirbel spitz, gegen einander gekrümmt; Schlossband fast ganz innerhalb der Schalen in einer Rinne liegend. Schloss nur aus einem schwachen Zahne der rechten Schale bestehend, der in eine Grube der linken passt. Der Muskel heftet sich an eine dreieckige Perlmutterwand, die quer in dem Winkel angebracht ist und den Namen für unsere Art (von τειχος, Wand und γονος, Ecke) gegeben hat. Länge 20–40 Mm.

Ich kann mich nicht entschliessen, den Rossmässler’schen Namen, der zugleich die Hauptkennzeichen der Gattung enthält, zu Gunsten des allerdings etwas älteren Namens Dreissena oder Dreissensia van Beneden aufzugeben; die Priorität darf nicht die einzige Rücksicht sein, die wir bei der Auswahl der Namen nehmen, und es ist unmöglich, die Gattung besser, als durch den Rossmässler’schen Namen zu bezeichnen.

Es ist diese seltsame Muschel, die trotz ihres Byssus sich sehr rasch verbreitet, zuerst 1780 von Pallas in der Wolga entdeckt worden und hat sich seitdem sehr rasch über Europa verbreitet. Im Rhein wurde sie nach Thomae zuerst bei Walluf gefunden und ist nun sehr häufig. Ueber ihr Vorkommen im Main hat Noll die ersten Funde zusammengestellt, das erste Exemplar hat Heynemann in den ersten fünfziger Jahren bei Hanau gefunden, die ersten lebenden Thiere Mandel bei Frankfurt 1855. Jetzt ist sie stellenweise ganz häufig und kommt z. B. bei Höchst in Masse vor. Anführen will ich noch, dass nach einer Angabe des Herrn Kretzer in Mühlheim a./M., die mir Heynemann mittheilte, alte Schiffsleute, welche die zum Füttern gebrauchten Muscheln genau kennen, unsere Muschel für eine schon sehr lange im Main vorkommende Art erklären. Den Schwanheimer Muschelsammlern dagegen ist sie erst in den letzten Jahren bekannt geworden.

Seit etwa 6 Monaten habe ich zwei Exemplare aus dem Main auf einem Unio batavus sitzend in meinem Aquarium, wo sie sich sehr wohl zu befinden scheinen.

Die Wanderung scheint meistens eine passive zu sein; die Muschel hängt sich in Menge an Schiffe und Flösse, nach einer Beobachtung Rossmässler’s auch an Krebse und wahrscheinlich auch an andere Wasserthiere und wird so aus einem Flussgebiet in’s andere verschleppt. Dem Anschein nach schadet ihr auch ein kurzer Aufenthalt im Salzwasser nicht, denn in die untere Donau ist sie wahrscheinlich über das schwarze Meer aus den russischen Flüssen eingeschleppt worden.

Im Rhein findet sie sich in Unmasse; Noll sah einen Tümpel unterhalb der Lurley bei St. Goar wie gepflastert mit ihnen, und die darin befindlichen Unionen und Anodonten mit so dichten Klumpen bedeckt, dass sie sich nicht mehr in den Boden eingraben konnten.


[Schlusscapitel.]

Nassau ist nicht gross genug, um in seinen Gränzen verschiedenartige Faunengebiete einzuschliessen; die Unterschiede der Fauna in seinen verschiedenen Theilen können daher nicht von der geographischen Lage, sondern nur von den Unterschieden der Bodenbeschaffenheit abhängen. Kalkreicher und kalkarmer Boden, Ebene oder Hügelland, das sind die Hauptfactoren, welche für die Vertheilung der Arten massgebend sind.

Eigentliche grössere Ebenen hat Nassau nicht; nur im unteren Theile des Mainthals und hier und da am Rhein kommen einige Strecken flachen Landes vor, die wir den gebirgigen Theilen in Beziehung auf die Molluskenfauna als Ebenen gegenüber stellen können. Am bedeutendsten ist die Mainebene. Sie beginnt ungefähr bei Hanau und erstreckt sich von da in zunehmender Breite mainabwärts, um im sogenannten Riede mit der grossen Rheinebene zu verschmelzen. In alten Zeiten ein Theil des Meeres, das sich von der Nordsee bis an die Alpen erstreckte und später, als die Gebirgsdurchbrüche des Basaltes die Verbindung unterbrochen und einen Binnensee daraus gemacht hatten, ein Theil des Mainzer Beckens, gehört der Boden in seinen tieferen Schichten ganz der Tertiärformation an, ist aber mit diluvialem Löss, Kiesablagerungen, altem Dünensand und den alluvialen Anschwemmungen der Flüsse überlagert und fast nur an den Rändern treten die characteristischen Littorinellenkalke, aus zahllosen Exemplaren der Hydrobien, die einst hier im brackischen Wasser lebten, gebildet, auf. Entgegen dem eigentlichen Begriff müssen wir das gesammte Gebiet der Tertiärschichten der Fauna nach noch zur Ebene rechnen.

Dieses Gebiet wird anfangs nördlich von den Ausläufern der Rhön, südlich von denen des Spessart und dann des Odenwaldes begränzt. Dann verliert es sich nach Norden in die sanfthügelige, noch aus Tertiärschichten bestehende Wetterau, die in conchyliologischer Beziehung noch dazu zu rechnen ist, aber leider noch eine terra incognita genannt werden muss. Der Ostrand des Taunus begränzt die Westseite dieses von der Nidda durchflossenen Ländchens und tritt dann dicht an den Main, bis nach Mainz hin kaum einen stundenbreiten Raum zwischen sich und dem Flusse lassend. Noch schmäler wird der Raum längs des Rheingaues, wo die Berge dicht an den Strom herantreten und nur an wenigen Puncten Raum für eine Ebenenfauna bleibt. Nach Süden geht die Ebene längs der Vorberge des Odenwaldes in die grosse Rheinebene über, deren Fauna die unsere vollständig gleicht. Jenseits des Rheines schliesst sich das hügelige Rheinhessen an, das wie in der Bodenbeschaffenheit so wohl auch in der Fauna unserem Gebiete ähnlich ist. Leider gilt hier in conchyliologischer Beziehung das von der Wetterau gesagte: es ist noch terra incognita.

Im eigentlichen Rheinthal, der romantischen Rheinschlucht von Bingen bis Lahnstein, ist nur an wenigen Puncten die Entwicklung einer Ebenenfauna möglich und ebenso im unteren Lahnthal; der ganze Rest des Gebietes gehört den Gebirgen an.

Zwischen Lahn, Rhein und Main erhebt sich der Taunus, ziemlich schroff aus der Mainebene aufsteigend und sich nach der Lahn hin langsam abflachend. Quarzite und Taunusschiefer bilden die Hauptmasse der Höhen, die im Feldberg und Altkönig sich bis zu 2700′ erheben. An ihn schliessen sich von Giessen bis Marburg die Ausläufer des basaltischen Vogelsberges. Auf der nördlichen Seite der Lahn erhebt sich das basaltische Hochplateau des Westerwaldes, an seinen Abhängen einzelne Tertiärschichten einschliessend. Das Dillthal trennt ihn von den Ausläufern des grossen rheinisch-westphälischen Schiefergebirges, in denen die Quellen der Lahn, der Dill, der Eder und Sieg nachbarlich zusammenliegen.

Der Zufall hat mir Gelegenheit gegeben, sowohl die Fauna des Gebirges als die der Ebene durch mehrjähriges Sammeln genauer kennen zu lernen, erstere in der Umgebung von Biedenkopf an der oberen Lahn, letztere in Schwanheim am Main unterhalb Frankfurt. Eine Schilderung der Fauna an diesen beiden Orten wird besser als alles Andere die Unterschiede zwischen Gebirgs- und Ebenenfauna vor die Augen führen.

Biedenkopf liegt an der oberen Lahn, etwa 6–7 Stunden oberhalb Marburg, da, wo Grünsteine der verschiedensten Art, den Rand des Schiefergebirges durchbrechend, ihn in eine Unzahl einzelner spitzer Bergkuppen, deren Höhe zwischen 5–600 Meter schwankt, verwandelt haben. Die Thalsohle bei Biedenkopf liegt ca. 270 Meter über dem Meer. Die Lahn ist dort kaum mehr als ein Bach, der in Folge der Waldverwüstungen in den fürstlich Wittgensteinischen Wäldern in heissen Sommern fast austrocknet. Eine Menge schmaler Thälchen ziehen sich zwischen den Kuppen hin, sich in immer feinere Zweige spaltend, bis endlich die kleinsten Thälchen steil emporsteigend an Quellen enden oder vielmehr anfangen. Viele dieser Thäler sind mehrere Stunden lang, aber nirgends über hundert Schritte breit; den horizontalen Boden bedecken Wiesen, die steil ansteigenden Berge an den Seiten sind mit dichtem Wald, meistens Buchenwald, bedeckt. Doch tritt in neuerer Zeit an die Stelle des Laubwaldes auf dem durch Streuservitute erschöpften Boden immer mehr Nadelwald. Der Ackerbau beschränkt sich auf das Lahnthal und seine grössten Seitenthäler, in denen man den Seiten der Berge mühsam steinige Felder abgewinnt. Breiter als eine halbe Stunde ist auch das Lahnthal fast nirgends. Das bedeutendste Seitenthal ist das der Perf, der sogenannte Breidenbacher Grund.

Der Boden besteht aus verschiedenen Schichtenfolgen des devonischen und Kohlengebirges, die sämmtlich steil aufgerichtet und vielfach von Grünsteinen durchbrochen sind. Folgen wir dem Wasserlaufe abwärts, so finden wir zuerst Spiriferensandstein, dann Orthocerasschiefer; später wechsellagern für eine Zeit lang Kramenzelsandsteine und Cypridinenschiefer und dann folgen für längere Zeit die Gesteine der unteren, unproductiven Kohlenformation, Culmschiefer und flözleere Sandsteine. Die productiven Kohlenschichten fehlen leider, auf das rothe Todliegende folgt ein schmales Zechsteinband, und dann, im früheren kurhessischen Gebiete, der bunte Sandstein. Kalkschichten fehlen fast ganz, und das ist die Ursache, welche trotz des günstigen Bodenreliefs die Entwicklung einer reicheren Molluskenfauna hindert.

In der That ist die Molluskenfauna durchaus nicht reich zu nennen, weder an Arten noch an Individuen. Vorab die Wassermollusken. Von Muscheln finden sich in den Bächen nur Unio batavus und eine Form von Anodonta cellensis; von Schnecken Ancylus fluviatilis allenthalben, Limnaea auricularia, peregra und minuta hier und da, aber dann in Menge, Planorbis albus und leucostoma und Valvata cristata einzeln in der Lahn. In den Waldquellen und deren Abflüssen kommen noch Hydrobia Dunkeri in unendlichen Mengen und einzelne Pisidien hinzu, in einigen Teichen Cyclas calyculata. Fügt man dazu noch Limnaea ovata und Cyclas lacustris, die ich an ganz isolirten Localitäten gefunden, so ist das Verzeichniss der Süsswasserschnecken vollständig. Die Limnophysen mit Limnaea stagnalis, die Physa, Paludina, Bithynia, die meisten Planorben, Unio pictorum und tumidus fehlen. Muscheln finden sich überhaupt fast nur in Mühlgräben und Teichen; die Bäche selbst mit ihrem wechselnden Wasserstand und dem aus groben Geschieben bestehenden Boden sind nur an wenigen günstigen Stellen von ihnen bewohnt, nirgends reich daran.

Die Landmollusken sind ebenfalls arm an Zahl der Arten und Individuen. Allgemein verbreitet sind nur Vitrina pellucida, Hyalina nitida Müll., Hel. rotundata, incarnata, und etwa noch Clausilia nigricans. Wo Grünsteine durchbrechen und in alten Grünsteinmauern kommen zu ihnen noch Hel. lapicida und einzelne Bulimus obscurus. Helix pomatia und nemoralis sind auf die nächsten Umgebungen der Ortschaften beschränkt und fehlen grossen Districten ganz.

Eine reiche Ausbeute gewähren eigentlich nur die Enden der kleinen Waldthälchen mit ihrem, von Quellen durchtränkten und mit Laub bedeckten Moosboden. In der nächsten Umgebung der Quellen, halb im Wasser, halb ausserhalb findet man oft an einem Buchenblatte zusammen sitzend Hydrobia Dunkeri, Pisidium pusillum, Carychium minimum und Vertigo septemdentata; etwas weiter ab folgen dann Vitrina pellucida und Draparnaldi, Hyalina subterranea (crystallina), nitidosa, nitens, fulva, nitida, Helix pygmaea, pulchella, aculeata, Cionella lubrica, Pupa pygmaea, Succinea putris, Pfeifferi und oblonga. Keine davon findet sich eigentlich massenhaft; die häufigeren sind gesperrt gedruckt. Entfernt man sich aus dem eigentlichen Quellgebiete, dem wasserdurchtränkten Moose, so verschwinden die Schnecken vollständig, und nur in einzelnen Vertretern folgen sie dem Lauf der Bäche thalabwärts.

In den ausgedehnten Buchenwäldern, welche die Berge bedecken, findet man hier und da ein paar Hel. rotundata oder incarnata und an Baumstümpfen Claus. nigricans; nur an zwei isolirten Stellen finden sich an den Stämmen Claus. dubia und Helix lapicida.

Von der allgemeinen Armuth machen nur wenige Stellen eine Ausnahme: ein Bergabhang bei Dexbach, der sogenannte Hardenberg, wo zwischen Kieselschiefern ein rauher Kalkstein lagert und eine Tuff bildende Quelle zu Tage tritt; leider ist durch die Abholzung der grösste Theil der Arten zu Grunde gegangen und damit Bul. montanus aus der dortigen Fauna verschwunden. Ferner die alten Schlossruinen Hohenfels und Breidenstein und endlich der Schlossberg bei Biedenkopf, der einzige wirklich reiche Fundort, was die Individuenzahl anbelangt. Der Schlossberg ist ein ziemlich isolirt aus dem hier etwas breiteren Lahnthal aufsteigender, kaum 400′ hoher Kegel, der den grössten Theil der Stadt Biedenkopf trägt. Auf drei Seiten mit stattlichem Eichwald bedeckt, ist er an seiner Südseite frei, nur mit einigen Obstbäumen bepflanzt. Von dem alten Schlosse auf der Spitze ziehen Mauertrümmer nach den alten Stadtmauern hinab und bieten durch den überall zerstreuten Mörtel den Schnecken reiche Mengen Kalk. An Regentagen im Sommer wimmelt deshalb auch die Südseite förmlich von Schnecken und man kann kaum einen Schritt machen, ohne eine Hel. pomatia oder nemoralis zu zertreten. Auch im Wald sind die Schnecken sehr zahlreich, obschon es ihm an Wasser mangelt und die Schnecken fast den ganzen Sommer hindurch unter den Steinhaufen Schutz vor der Trocknung suchen müssen: ein Beweis, dass der Kalk ihnen noch nöthiger ist, als das Wasser. Mehr oder weniger häufig finden sich hier: Vitrina pellucida, Arion empiricorum, Limax cinereoniger (ausserdem nur noch auf dem Breidensteiner Schloss beobachtet), marginatus, agrestis, Amalia marginata, Hyalina cellaria, nitens, fulva, Helix rotundata, pygmaea, costata, pulchella, obvoluta, personata, incarnata, lapicida, nemoralis, pomatia, Cionella lubrica, acicula, Pupa muscorum, pygmaea, Bulimus obscurus, Clausilia laminata, nigricans, Succinea oblonga.

Zu den genannten Arten kommen an einigen isolirten Puncten noch Hel. hispida, Balea fragilis, Pupa edentula, pusilla und Shuttleworthiana. Damit ist die Liste ziemlich vollständig. Ganz fehlen mit dem löslichen Kalk die Xerophilen, zu denen man in Hinsicht auf Lebensweise auch Bulimus tridens und detritus und Pupa frumentum rechnen muss. Ferner fehlen die meisten Fruticicolen, Hel. arbustorum und seltsamer Weise Helix hortensis, obschon sie in dem benachbarten Dillthale bei weitem häufiger, als nemoralis ist. Auffallend ist auch das Fehlen der sonst allgemein verbreiteten Claus. biplicata; ich habe nur einmal an der Gränze nach Marburg hin ein paar junge Exemplare gefunden.

In der Umgegend von Marburg kommen, obschon der Boden aus Buntsandstein besteht, noch Helix arbustorum, fruticum und hortensis, sowie Planorbis marginatus vor, ob einheimisch oder vor Zeiten einmal angesiedelt, ist jetzt nicht mehr zu entscheiden.

Das Dillthal, dem oberen Lahnthal parallel laufend, aber etwas tiefer liegend und kalkreicher, ist auch an Mollusken reicher, aber seine Fauna ist noch immer eine Gebirgsfauna: die Xerophilen, Limnaea stagnalis, palustris, Planorbis corneus, beide Physa und Paludina vivipara fehlen auch hier. Erst im Lahnthal unterhalb Weilburg treten Hel. ericetorum, Bul. detritus, Limnaea stagnalis und Unio pictorum auf und bilden den Uebergang zu der Ebenenfauna.

Der Taunus in seinem grössten Theile beherbergt fast nur Nacktschnecken; in den Bächen finden sich Unio batavus und eine kleine Form von Anodonta piscinalis, dann Limnaea peregra und Ancylus fluviatilis, im Moos längs ihrer Ufer die gewöhnlichen Hyalinen. Nur in der Nähe der menschlichen Wohnungen und ganz besonders an den Ruinen ändert sich das Verhältniss: Vitrina pellucida, Draparnaldi, diaphana, elongata, Helix obvoluta, hortensis, incarnata, nemoralis, pomatia, Bulimus montanus, Pupa doliolum, Clausilia biplicata, plicata, plicatula, dubia, nigricans, parvula, laminata treten auf, mitunter in colossalen Mengen, wie auf der Ruine Hattstein, wo ausser den genannten auch noch Helix rufescens und Clausilia lineolata vorkommen. Im Rheinthale finden sich ausserdem noch an einzelnen Puncten die beiden Daudebardia, Helix personata und Cyclostoma elegans.

Ein ganz anderes Bild bietet die Ebenenfauna, aber sie ist nicht an allen Puncten gleich entwickelt. Am gleichmässigsten natürlich ist die Fauna der Wasserconchylien, aber auch hier sind die kalkhaltigen Gegenden reicher, als die mit kalkarmem Alluvialboden. Betrachten wir zunächst die Fauna des Mains selber. Der Main durchfliesst die ganze Ebene mit ziemlich starkem Gefäll und raschem Lauf; seine Ufer sind durchschnittlich hoch, nur in der Nähe seiner Mündung sind am linken Ufer Dämme nöthig. Durch Strombauten, Dämme und Buhnen sind zahlreiche geeignete Wohnplätze für Muscheln und Schnecken geschaffen. Ich habe folgende Arten darin gesammelt: Limnaea auricularia var. ampla, ovata var. obtusa, stagnalis, Physa fontinalis, Planorbis corneus, albus, contortus, Ancylus fluviatilis, lacustris, Bithynia tentaculata, Valvata piscinalis, cristata, Neritina fluviatilis, Unio pictorum, tumidus und batavus, Anodonta piscinalis, cygnea, Cyclas rivicola, cornea, solida, Pisidium obtusale, Tichogonia Chemnitzii. Manche davon, namentlich die Muscheln, finden sich in ungeheuren Massen, so dass der Grund an manchen Stellen förmlich damit gepflastert ist.

In die Nebenflüsse und deren Seitenbäche dringt diese Fauna nun sehr lückenhaft ein; Unio pictorum und tumidus, Cyclas solida, rivicola und Neritina fluviatilis verschwinden zuerst. Eine genaue Untersuchung dieser Verhältnisse, zu der das jäh emporsteigende Gebirge lockt, ist noch zu machen; leider hat es bis jetzt meine Zeit noch nicht erlaubt, genauere Nachforschungen anzustellen.

An vielen Puncten der Ebene, z. B. um Schwanheim, sind die Wassergräben kaum bewohnt; am verbreitetsten darin ist noch Plan. contortus, dann Limnaea fusca und elongata, welch letztere sich seltsamer Weise auf das linke Mainufer beschränkt, und Physa hypnorum. Planorbis corneus nur an einer Stelle vorkommend, ist cariös. Mooriges Wasser und kalkarmer Boden mögen die Ursache sein. Ganz anders ist es im Lössboden, z. B. in der Umgebung von Sossenheim auf dem rechten Mainufer, in den Sümpfen der Riedgegend und in den Rheinsümpfen bei Mombach. In unzähligen Exemplaren, oft von riesenhafter Grösse, finden sich dort fast alle unsre Wasserschnecken, Hydrobia Dunkeri und Pisidium pusillum etwa ausgenommen.

Viel weniger gleichmässig sind die Landschnecken vertheilt. Gehen wir auch hier vom Maine aus. Dicht am Ufer halb noch im Wasser, finden wir eine kleine Nacktschnecke, Limax brunneus, Succinea putris, Pfeifferi, besonders vom Juli ab, und Hyalina nitida. Weiter ab, aber noch im jährlichen Ueberschwemmungsgebiet, wird die Fauna reicher. Hyalina subterranea, nitidosa, fulva, Helix pygmaea, pulchella, costata, hispida, depilata, sericea, Cionella lubrica, Carychium minimum, Succinea oblonga gesellen sich dazu, an günstigen Puncten auch Hel. fruticum, arbustorum, hortensis, nemoralis, ericetorum, die wohl aus dem Spessart eingewanderte Vitrina diaphana und an der oberen Gränze des Ueberschwemmungsgebietes Pupa muscorum.

Vergleichen wir damit die Schnecken, welche wir im Geniste des Mains finden. Dasselbe ist sehr reich daran, namentlich das von den Winterfluthen angeschwemmte; das der Sommer- und Herbstfluthen enthält weniger Land- aber mehr Wasserschnecken. Die Ursache dieser Verschiedenheit suche ich darin, dass die Winterfluth die zahlreichen in den Winterquartieren zu Grund gegangenen Schnecken mitbringt, die noch an das Geniste ihrer früheren Wohnplätze angefroren und darum leichter zu transportiren sind. Folgende Arten wurden darin beobachtet: Vitrina pellucida, Hyalina cellaria, nitidosa, nitida, crystallina (subterranea), fulva, Helix pygmaea, rupestris (Speyer), rotundata, costata, pulchella, hispida, depilata, sericea, fruticum, strigella, bidens (nur in einigen Exemplaren bei Mühlheim), arbustorum, ericetorum, nemoralis, hortensis, pomatia, Buliminus tridens, detritus, obscurus, Cionella lubrica, acicula, Pupa frumentum, muscorum, pygmaea, septemdentata, minutissima, Venetzii, pusilla, Clausilia biplicata, Carychium minimum, Succinea putris, Pfeifferi, oblonga; Limnaea ampla, Planorbis corneus, albus, Bithynia tentaculata, Valvata cristata, piscinalis, Cyclas rivicola.

Zusammen also 47 Arten, aber davon finden sich nur die durch gesperrten Druck ausgezeichneten regelmässig in grösseren Quantitäten. Dieses Verhältniss ist wichtiger, als es scheint. Wir haben im unteren Mainthal eine ganze Anzahl Ablagerungen, die, aus ähnlichen Anschwemmungen entstanden, eine Menge Land- und Süsswasserschnecken enthalten und bis in die älteste Tertiärzeit zurückreichen. Natürlich können sie, lückenhaft wie sie sind, nicht ohne Weiteres ein Bild der damaligen Binnenconchylienfauna geben, aber wenn wir die jetzigen Anschwemmungen in quantitativer und qualitativer Beziehung sorgfältig mit der gesammten Fauna des Mainthals vergleichen, so erhalten wir einen Anhaltspunct, von welchem aus wir Schlüsse auf die diluviale und tertiäre Zeit machen können. Vielleicht wird es dann möglich sein, auf die Alluvialthone der Mainebene, die diluvialen Löss- und Sandablagerungen an ihren Rändern, die tertiären Kalke von Budenheim und Flörsheim gestützt ein Bild der geschichtlichen Entwicklung unserer Fauna in Darwinschem Sinne zu geben. Dass in dieser Periode eine ununterbrochene Entwicklung stattgefunden, beweisen einzelne Arten, die sich schon in der Tertiärzeit finden, wie Hel. costata und die mit den heutigen trotz der eigenen Namen vollständig identischen Limnäen.

Entfernen wir uns von dem Ueberschwemmungsgebiete des Mains, so finden wir die Ackerfelder zu beiden Seiten meistens absolut schneckenleer, so weit sie aus Alluvialboden bestehen. Auch der Sandstrich, der als Rest alter Dünen von der Gegend von Rödelheim ab sich durch die Gemarkungen von Griesheim und Schwanheim quer durchs Mainthal bis in die Nähe des Ortes Kelsterbach erstreckt, ist absolut schneckenleer. Ganz dasselbe gilt von der kiesigen Schwelle, die, früher eine Kiesbank, dann eine Landzunge zwischen den Mündungen von Neckar und Main, Rhein- und Mainebene von einander trennt. Obschon fast in ihrer ganzen Ausdehnung mit Laubwald bedeckt, der sich ununterbrochen vom Odenwald bis gegen Rüsselsheim hinzieht, lässt sie doch selbst bei der sorgfältigsten Nachforschung kaum hier und da einmal eine versprengte Hel. pomatia, nemoralis oder incarnata entdecken. Nur längs der den Wald durchschneidenden Landstrassen, und nur soweit dieselben mit Kalksteinen gedeckt werden, finden sich Hel. pomatia und nemoralis, sowie Pupa muscorum. Wo Basalt an die Stelle des Kalkes tritt und zu beiden Seiten jenseits der Zone, die der Kalkstaub erreichen kann, ist die Schneckenfauna verschwunden. Wir haben also auch hier den Beweis, dass die Schnecken ohne grosse Bodenfeuchtigkeit existiren können und sich gerne mit Thau und Regen begnügen, wenn sie nur Kalk zum Bau ihrer Gehäuse finden.

Ganz anders wird das Bild, wo in der Nähe von Sachsenhausen Littorinellenkalke in dieser Kiesschwelle auftreten. Der Sachsenhäuser Berg mit seinen Massen von fruticum und nemoralis, die Umgebung der oberen Schweinsteige und des Buchrainweihers, welche immer gemeint sind, wenn von dem Frankfurter Wald die Rede ist, sind vielleicht die ergiebigsten Puncte für den Sammler, die er in unserem ganzen Gebiete finden kann. Am Buchrainweiher kommen seltsamer Weise ganz isolirt in der Ebene Hel. lapicida, obvoluta, Bul. montanus und Claus. ventricosa vor.

Reich an Schnecken ist auch die Ebene wo sie aus Löss besteht, wie z. B. um Sossenheim; Hel. sericea und strigella finden dort ihre eigentliche Heimath.

Eine eigenthümliche Fauna beherbergen die Kalkhügel zwischen Flörsheim und Hochheim, der Rand eines niederen Plateaus, welches dem südlichen Fusse des Taunus vorliegt. Ewig trocken und der glühenden Sonne ausgesetzt sind die Abhänge trotzdem meist mit einem dichten Moospolster bedeckt, in und auf welchem in unzählbaren Mengen Hel. ericetorum, Bul. detritus und tridens, Pupa frumentum und muscorum leben; auch Hel. pomatia und nemoralis sind sehr häufig. Auch hier lässt der Kalkboden die Schnecken über die mangelnde Feuchtigkeit hinwegsehen. In dem Thale des Wickerbaches, das die Steinbrüche durchschneidet, und in dem Bache selbst ist ebenfalls eine ziemlich reiche Fauna entwickelt: zahlreiche Hyalinen, Hel. strigella und hispida und im Bache Pisidium amnicum und Valvata piscinalis von merkwürdiger Grösse, die kleine Bachform von Neritina fluviatilis und die Taunusform des Unio batavus lassen den Sammler lebender Conchylien eben so gern die Flörsheimer Steinbrüche besuchen, wie den der Fossilien, für den hier classischer Boden ist.

Nicht minder interessant ist die alte Dünenwüste jenseits des Rheines, die Mombacher Heide. Aus schneeweissem Flugsand bestehend, den der Wind noch hin und her treibt und zu Hügeln zusammenweht, soweit nicht Waldanpflanzungen ihm Halt gebieten, wird sie durch ihren stark mit Kalk und selbst mit Salztheilchen gemengten Boden, den die Sonne an warmen Sommertagen fast zum Glühen erhitzt, zu einem der interessantesten Orte für die Botaniker, wie für den Hymenopterologen. Aber auch der Schneckensammler geht nicht leer aus. Zu den obengenannten Xerophilen kommt noch, an die strandbewohnende Hel. striata der Mittelmeerküsten erinnernd, die stark gerippte Hel. costulata Zgl., deren gebleichte Gehäuse zu Tausenden auf dem Sande herumliegen. Unter den einzelnen Büschen, die sich an geschützteren Stellen entwickelt haben, findet man Hunderte von leeren Gehäusen der Vitrina pellucida, die sonst nur in feuchten Bergwäldern lebt, (wenn nicht eine Vergleichung der Thiere sie als specifisch verschieden erkennen lässt).

Eine reichere Ausbeute bieten noch die Sümpfe zwischen Mombach und Budenheim, die namentlich von Thomae genauer untersucht wurden und für viele unserer kleinen Planorben und Valvaten die einzigen Fundorte sind.

Stellen wir nun zum Schlusse noch einmal Gebirgs- und Ebenenfauna einander vergleichend gegenüber, so finden wir erstere an Arten wie an Individuen gleicherweise ärmer, am ärmsten da, wo es dem Boden gleichzeitig auch an Kalk gebricht. Aechte Gebirgsschnecken, die sich nie oder nur selten an besonders günstigen Puncten in der Ebene zeigen, sind Hydrobia Dunkeri, Pisidium pusillum, Helix lapicida, personata, obvoluta, Clausilia nigricans, Balea fragilis, Vitrina elongata, Draparnaldi. Aechte Ebenenbewohner dagegen sind in unserem Gebiete von Landschnecken: Hel. strigella, sericea, arbustorum, die Xerophilen, Bul. tridens und detritus, die grossen Pupen und die Wasserschnecken mit Ausnahme der wenigen bei den Gebirgsfaunen erwähnten Arten.

So ist wenigstens das Verhältniss nach unseren jetzigen Kenntnissen der nassauischen Fauna; grosse Lücken sind darin freilich noch auszufüllen. Hoffen wir, dass diese Arbeit dazu beiträgt, den Anstoss zu einer lebhafteren und genaueren Durchforschung unseres Vereinsgebietes zu geben. Ich wiederhole nochmals meine Bitte an Jeden, der sich in Nassau oder den angränzenden Gebieten mit der so leichten und lohnenden Erforschung der Weichthierfauna beschäftigen will, sich mit mir in Verbindung zu setzen und mir seine Resultate mitzutheilen, damit es dereinst möglich sein wird, ein wirklich erschöpfendes Bild der Vertheilung der Mollusken in unserer Provinz zu geben.

Schwanheim, im Juni 1871.

Dr. W. Kobelt.


Erklärung der Tafeln[14].

Tafel I.

1.Daudebardia rufa Drp.
2. „ brevipes Drp.
3.Vitrina elongata Drp.
4. „ Heynemanni C. Koch.
5. „ diaphana Drp.
6. „ Draparnaldi Cuv.
7. „ pellucida Drp.
8.Hyalina nitidula Drp.
9. „ nitens Mich.
10. „ cellaria Müll.
*11. „ nitidosa Fér., stark vergrössert.
12. „ nitida Müll.
13. „ crystallina Müll.
14. „ subterranea Bourg.
*15. „ hyalina Fér.
*16. „ fulva Müll.
*17.Helix rupestris Drp.
*18. „ pygmaea Drp.
*19. „ rotundata Müll. vergrössert.
*20. „ aculeata Müll.
*21. „ costata Müll.
*22. „ pulchella Müll.
23. „ obvoluta Müll.
24. „ personata Lam.
25. „ incarnata Müll.
26. „ fruticum Müll.
27. „ strigella Drp.
28. „ hispida L.
29. „ depilata C. Pfr.
30. „ sericea Drp.
31. „ rufescens Penn.
32. „ villosa Drp.
33. „ ericetorum Müll.
33a. „ ericetorum var. minor.
34. „ candidula Stud.
35. „ costulata Zgl.

Tafel II.

1.Helix arbustorum L.
2. „ lapicida L.
3. „ nemoralis L.
4. „ hortensis Müll.
5. „ pomatia L.
6.Bul. tridens Müll.
7. „ detritus Müll.
8. „ montanus Drp.
9.Bul. obscurus Müll.
*10.Cionella lubrica Müll.
*11. „ Menkeana C. Pfr.
*12. „ acicula Müll.
*13.Pupa frumentum Drp.
*14. „ secale Drp.
*15. „ doliolum Brug.
*16. „ muscorum L.
*17. „ minutissima Hartm.
*18. „ edentula Drp.
*19. „ septemdentata Fér.
*20. „ pygmaea Drp.
*21. „ ventrosa Heyn.
*22. „ Shuttleworthiana Ch.
*23. „ pusilla Müll.
*24.Pupa Venetzii Charp.
*25.Carychium minimum L.

Tafel III.[15]

1.Balea fragilis Drp.
2.Clausilia laminata Mont.
3. „ biplicata.
4. „ plicata Drp.
5. „ ventricosa Drp.
6. „ lineolata Held.
7. „ plicatula Drp.
8. „ dubia Drp.
9. „ nigricans Pult.
10. „ parvula Stud.

Tafel IV.

*1.Succinea oblonga Drp.
*2. „ Pfeifferi Rossm.
*3. „ putris L.
4.Limnaea auricularia Drp.
5.Limnaea auricularia var. ampla Hartm.
6. „ ovata Drp.
7. „ stagnalis Müll.
8. „ auricularia var. angulata.
9. „ truncatula Müll.
10. „ fusca C. Pfr.
11. „ palustris Drp.
12. „ peregra Drp.
13. „ elongata Drp.
14.Physa hypnorum L.
15. „ fontinalis L.
16.Ancylus fluviatilis L.

Tafel V.

1.Planorbis corneus L.
2. „ marginatus Drp.
3. „ carinatus Müll.
*4. „ vortex Müll.
*5. „ contortus Müll.
*6. „ Rossmässleri Auersw.
*7. „ albus Müll.
*8. „ laevis Alder.
*9. „ leucostoma Mich.
*10. „ spirorbis Müll.
*11. „ cristatus Drp.
*12. „ complanatus Drp.
13. „ nitidus Müll.
*14.Acme fusca Walker.
15.Cyclostoma elegans Drp.
16.Paludina vivipara Müll.
17.Bithynia tentaculata L.
18. „ Leachii Shepp.
19.Hydrobia Dunkeri Ffld.
*20.Valvata piscinalis Müll.
*21. „ depressa C. Pfr.
*22. „ spirorbis Drp.
*23. „ cristata Müll.
*24.Valvata minuta Drp.
25.Neritina fluviatilis Müll.
26.Ancylus lacustris L.

Tafel VI.

1.Unio pictorum var.
2. „ tumidus Retz.
3. „ batavus var. amnicus.
4. „ batavus Lam.
5.Embryonen von Unio (nach Forel).
6.

Tafel VII.

1.Unio pictorum L.
2.Anodonta piscinalis var. minor.
3. „ „ „ ponderosa.

Tafel VIII.

1.Anodonta cellensis var.
2.Limnaea ovata var.
3. „ vulgaris Rossm.
4. „ vulgaris var.
5.

Tafel IX.

1.Anodonta cygnea var.
2.Cyclas rivicola Lam.
3. „ cornea L.
4. „ solida Norm.
5. „ lacustris Drp.
6. „ calyculata Drp.
7.Pisidium amnicum Müll.
8.[16] „ obtusale C. Pfr.
9. „ pusillum Jenyns.
10. „ casertanum Poli.
11.Tichogonia Chemnitzii Rossm.

[Inhalt.]

Seite
Allgemeiner Theil.
Erstes Capitel.
Umgränzung, Literatur und Vorarbeiten[7]
Zweites Capitel.
Stellung der Weichthiere im Thierreich, allgemeiner Bau,Eintheilung[11]
Drittes Capitel.
Sammeln, Reinigen, Aufbewahren und Ordnen[13]
Viertes Capitel.
Zucht lebender Mollusken[22]
Fünftes Capitel.
Terminologie, Kunstsprache[24]
Sechstes Capitel.
Die wichtigsten conchyliologischen Werke[28]
Siebentes Capitel.
Verhältniss der Weichthiere zur übrigen Natur[30]
Achtes Capitel.
System der Mollusken[33]
Specieller Theil.
A. Cephalophora.
Erstes Capitel.
Anatomische Verhältnisse[35]
Zweites Capitel.
Entwicklung der Schnecken[52]
Drittes Capitel.
Lebensweise der Schnecken[59]
Viertes Capitel.
Uebersicht der Gattungen[63]
Fünftes Capitel.
Testacellea, Halbnacktschnecken[65]
Sechstes Capitel.
Limacea, Nacktschnecken[67]
Siebentes Capitel.
Vitrina Drp., Glasschnecke[79]
Achtes Capitel.
Hyalina Gray, Glanzschnecke[85]
Neuntes Capitel.
Helix Linné[94]
Zehntes Capitel.
Buliminus Ehrbg.[128]
Elftes Capitel.
Cionella Jeffreys[134]
Zwölftes Capitel.
Pupa Draparnaud[137]
Dreizehntes Capitel.
Balea Prideaux[148]
Vierzehntes Capitel.
Clausilia Draparnaud[149]
Fünfzehntes Capitel.
Succinea Draparnaud[160]
Sechzehntes Capitel.
Carychium Müller[164]
Siebzehntes Capitel.
Limnaeacea Lamarck[164]
Achtzehntes Capitel.
Physa Draparnaud[183]
Neunzehntes Capitel.
Planorbis Müller[186]
Zwanzigstes Capitel.
Ancylus Geoffroy[198]
Einundzwanzigstes Capitel.
Acme Hartmann[200]
Zweiundzwanzigstes Capitel.
Cyclostoma Lamarck[202]
Dreiundzwanzigstes Capitel.
Paludinacea[204]
Vierundzwanzigstes Capitel.
Valvata Müller[210]
Fünfundzwanzigstes Capitel.
Neritina Lamarck[213]
Sechsundzwanzigstes Capitel.
B. Acephala[216]
Siebenundzwanzigstes Capitel.
Entwicklung der Muscheln[223]
Achtundzwanzigstes Capitel.
Lebensweise der Muscheln[233]
Neunundzwanzigstes Capitel.
Uebersicht der Familien und Gattungen. Unio L.[237]
Dreissigstes Capitel.
Anodonta Bruguière[246]
Einunddreissigstes Capitel.
Cyclas Bruguière[253]
Zweiunddreissigstes Capitel.
Pisidium C. Pfeiffer[258]
Dreiunddreissigstes Capitel.
Tichogoniacea[262]
Schlusscapitel[264]
Erklärung der Tafeln[275]

[Register.]

Seite
Absonderungsorgane[49]
Abnormitäten[57]
Acanthinula Beck.[100]
Acarus limacum[31]
Acephala[216]
Achatina vid. Cionella[134]
Achatschnecke
Acicula Hartm. = Acme[201]
Acme Hartm.
fusca Walker
Albers, die Heliceen[28]
Albinismus[57]
Alcyonella fungosa[235]
Amalia Heyn.[71]
marginata Drp.
Amphipeplea Nilss.[165]
Ancylus Geoffr.[198]
fluviatilis L.[199]
lacustris L.[200]
Anodonta Brug.[246]
cellensis Schrött.[251]
„ var. ponderosa[252]
complanata Zgl.[253]
cygnea L.[247]
dentiens Mke.[248]
piscinalis Nilss.[249]
„ var. minor[250]
„ „ ponderosa C. Pf.[249]
„ „ rivularis m.[251]
„ „ rostrata m.[250]
„ „ ventricosa C. Pf.[251]
Aquatilia[204]
Arion Fér.[67]
empiricorum L.[68]
hortensis Fér.[70]
melanocephalus Faure
subfuscus Fér.[69]
Arionta Leach.[120]
Aspidogaster conchicola[235]
Athemhöhle[35]
Athemrohr[36]
Athmungsorgane[48]
Azeca tridens = Cionella Menkeana[136]
Balea Prideaux[148]
fragilis Drp.
Rayana Bourg.
Bernsteinschnecke[160]
Bithynia Leach.[205]
impura Lam.[206]
Leachii Shepp.[206]
similis Speyer
tentaculata L.
Troschelii Paasch
ventricosa Gray
Bitterling[32], [236]
Blasenschnecke[183]
Bojanus’sches Organ[218]
Bronn, Classen und Ordnungen des Thierreichs[27]
Bucephalus polymorphus[235]
Buliminus Ehrbg.[128]
detritus Müll.[131]
montanus Drp.[132]
obscurus Müll.[133]
radiatus Brug.[131]
tridens Müll.[130]
Cariosität[230]
Carychium Müll.[164]
Menkeanum = Cionella Menk.[136]
minimum L.[164]
Cephalophora[35]
Cercarien[32]
Cionella Jeffr.[134]
acicula Müll.[136]
lubrica Müll.[135]
Menkeana C. Pfr.[136]
Clausilia Drp.[149]
bidens Drp.[153]
biplicata Mont.[154]
dubia Drp.[157]
gracilis C. Pfr.[158]
laminata Mont.[153]
lineolata Held[156]
nigricans Pult.[158]
obtusa C. Pfr.
parvula Stud.[159]
plicata Drp.[155]
plicatula Drp.[157]
rugosa C. Pfr.[157]
similis von Charp.[154]
ventricosa Drp.[155]
Villae Porro[159]
Clepsine[31]
Cochlodina perversa Fér. = Balea fragilis[148]
Crystallstiel[218]
Cyclas Brug.[253]
calyculata Drp.[257]
cornea L.[255]
lacustris Drp.[256]
rivicola Lam.[254]
solida Norm.[256]
Cyclostoma Lam.[202]
elegans Drp.
Daudebardia Hartm.[65]
brevipes Drp.[66]
rufa Drp.[66]
Deckelschnecken[200]
Deckel[26]
Distoma[32]
duplicatum[235]
hepaticum
Divertikel[51]
Dreissena van Ben.[262]
Drilus flavescens[31]
Entwicklung der Schnecken[53]
„ „ Muscheln[223]
Epidermis[12]
Epiphragma[26]. [59]
Epithel[36]
Ferrusacia Risso = Cionella[134]
Flagellum[51]
Forel, Entwicklungsgeschichte der Najadeen[224]
Fruticicola Held[105]
Fussdrüse[50]
Fussganglion[43]
Gärtner, G., Systematische Beschreibung der Wetterauer Conchylien[9]
Gastropoden[35]
Gefässsystem der Schnecken[46]
„ „ Muscheln[218]
Gefühlsorgan[44]
Gehörorgan[45]
Geschlechtsorgane der Schnecken[50]
„ „ Muscheln[222]
Geschmacksorgan[46]
Gonostoma Held[102]
Hartmann, Erd- und Süsswassergastropoden der Schweiz[29]
Helicophanta Fér. = Daudebardia[65]
Helix Linné[94]
aculeata Müll.[100]
acuta Drp.[120]
arbustorum L.[120]
bidens Chemn.[115]
bidentata Gmel.[115]
candicans Zgl.[120]
candidula Stud.[118]
carthusiana Müll.[115]
carthusianella Drp.
circinata Stud.[113]
clandestina Born
Cobresiana von Alten[115]
costata Müll.[101]
costulata Zgl.[119]
depilata C. Pfr.[111]
ericetorum Müll.[116]
fruticum Müll.[108]
hispida Müll.[110]
holoserica Stud.[104]
hortensis Müll.[125]
incarnata Müll.[107]
lamellata Jeffr.[101]
lapicida L.[121]
montana C. Pfr.[113]
neglecta Thomae[118]
nemoralis L.[123]
obvia Hartm.[117]
obvoluta Müll.[102]
personata Lam.[104]
pilosa von Alten[114]
pomatia L.[126]
pulchella Müll.[102]
pygmaea Drp.[99]
rotundata Müll.
rubiginosa Zgl.[115]
ruderata Stud.
rufescens Penn.[114]
rupestris Drp.[98]
sericea Drp.[112]
striata (Drp.) Thomae[119]
strigella Drp.[109]
thymorum von Alten[118]
umbilicata Mont.[98]
umbrosa Partsch[115]
unidentata Drp.
unifasciata Poir.[118]
villosa Drp.[114]
Heynemann, D. F.[9]. [10]
Hirnganglion[43]
Hyalina Gray[85]
cellaria Müll.[89]
crystallina Müll.[91]
fulva Müll.[93]
hyalina Fér[92]
lucida autor. = nitida[90]
nitens Mich.[87]
nitida Müll.[90]
nitidosa Fér.[88]
nitidula Drp.[87]
pura Alder[88]
radiatula Alder[93]
subterranea Bourg.[91]
viridula Mke.[88]
Hydrachna concharum[235]
Hydrobia Hartm.[209]
Dunkeri Ffld.
Kiefer[37]
Kiel[26]
Kiemen[49]
Kunstsprache[24]
Koch, Dr. C.[8]
Lamellibranchia[216]
Leber[43]
Lederhaut[36]
Liebespfeil[51]
Limacea[67]
Limax Lister[72]
agrestis L.[77]
arborum Bouch.[78]
ater L. = Arion ater
brunneus Drp.[76]
cinctus Müll.[77]
cinereo-niger Wolf[74]
cinereus Lister
filans Hoy[77]
flavus Müll.
laevis Müll.[76]
marginatus Drp. = Amalia marg.[71]
marginatus Müll.[78]
reticulatus Müll.[77]
scandens Norm.[78]
sylvaticus Drp.
tenellus Müll.[77]
unicolor Heyn.[75]
variegatus Drp.[75]
Limnaea Lam.[165]
auricularia Drp.[170]
„ var. ampla Hartm.
auricularia var. angulata Hartm.[172]
auricularia var. costellata Mus. Franc.
auricularia var. Monnardi Hartm.[171]
„ „ ventricosa Hartm.[172]
elongata Drp.[172]
fusca C. Pfr.[180]
glaber Müll.[178]
leucostoma Drp.
minuta Drp.
ovata Drp.[173]
var. ampullacea Rossm.[174]
Dickinii Kobelt
palustris Drp.[179]
peregra Müll.[176]
var. excerpta Hart.[177]
stagnalis Müll.[181]
var. reflexa Kob.[183]
vulgaris Rossm.[174]
Limnochares Anodontae[32]
Lippe[25]
Lungen[48]
Malacozoologie, Zeitschrift für[29]
Malacozoologische Blätter[29]
Malermuschel[241]
Mantel[12]. [35]
Mantelhöhle[36]
Margaritana Schum.[237]
Muscheln[216]
„ , Entwicklung[223]
„ , Lebensweise[233]
Nabel[25]
Nachrichtsblatt der deutschen mal. Gesellschaft[29]
Nackenblase[54]
Naht[25]
Najadea[238]
Nematoden[32]
Neritina Lam.[213]
fluviatilis Müll.
var. halophila Rossm.[215]
Niere[49]
Noll, Dr. C., der Main in seinem unteren Lauf[10]
Nutzen der Schnecken[30]
Operculum[26]
Otolithen[46]
Paludina Lam.[205]
achatina Lam.[207]
communis Dup.[205]
contecta Millet
fasciata Müller[207]
impura Lam. = Bithynia tentaculata
Listeri Forbes[205]
vivipara Müll.
viridis Sandb. u. Koch = Hydrobia Dunkeri[209]
Patula Held[98]
Pelecypoda[216]
Perlen[229]
Petasia Beck[115]
Pfeiffer, Carl, Naturgeschichte[28]
Pfeiffer, Dr. L., Monographia Heliceorum viv.[28]
Physa Drp.[183]
fontinalis L.[184]
hypnorum L.
Pisidium C. Pfr.[258]
amnicum Müll.[260]
casertanum Poli[261]
fontinale C. Pfr.
obliquum C. Pfr.[260]
obtusale C. Pfr.
pusillum Jenyns[261]
Planorbis Müller[186]
albus Müll.[194]
carinatus Müll.[191]
complanatus L. = marginatus[190]
complanatus Drp.[197]
compressus Mich.[192]
contortus Müll.[193]
corneus L.[188]
cristatus Drp.[196]
cupaecola von Gall[195]
fontanus Mont.[197]
glaber Jeffr.[195]
imbricatus Müll.[196]
laevis Alder[195]
lenticularis Sturm[197]
leucostoma Mich.[195]
marginatus Drp.[190]
Moquini Req.[195]
nautileus Gmel.[196]
nitidus Müll.[197]
regularis Hartm.[195]
Rossmässleri Auersw.[193]
spirorbis Müll.[196]
vortex Müll.[192]
Pomatia Beck[126]
Präparation, microscopische[40]
Prosobranchia[204]
Pupa Drp.[137]
angustior Jeffr.[147]
antivertigo Drp.[144]
doliolum Brug.[142]
edentula Drp.[143]
frumentum Drp.[140]
minutissima Hartm.[143]
muscorum L.[142]
pusilla Müll.[146]
pygmaea Drp.[145]
secale Drp.[141]
septemdentata Fér.[144]
Shuttleworthiana Charp.[146]
Venetzii Charp.[147]
ventrosa Heyn.[145]
Radula[38]
Reibmembran
Rhodeus amarus[239]
Römer — Büchner[9]
Rossmässler, Iconographie[27]
Samengang[50]
Samentasche
Sammeln, Anleitung dazu[137]
Sandberger, Fr.[8]
Scalariden[56]
Schlammschnecke[165]
Schliessmuschel
Schloss[27]
Schlossband
Schlundkopf[37]
Schmidt, Adolf[28]. [29]
Schwanzblase[54]
Schwanzdrüse[50]
Segel[54]
Segmentina Flem.[197]
Servain, Malacologie d’Ems[9]
Sinnesorgane[44]
Sipho[36]
Spengler, der Kurgast zu Ems[8]
Spermatophore[51]
Speyer, Oscar, Verzeichniss der Conchylien von Hanau[9]
Spindelmuskel[36]
Sturm, Deutschlands Fauna[29]
Stylommatophora[65]
Succinea Drp.[160]
amphibia Drp.[162]
oblonga Drp.[163]
Pfeifferi Rossm.
putris L.
System der Mollusken[33]
Tachea Leach.[123]
Terminologie[24]
Testacellea[65]
Tichogonia Rossm.[262]
Chemnitzii Rossm.
Triodopsis Raf.[104]
Troschel, de Limnaeaceis[29]
Umbilicus[25]
Unio L.[238]
batavus Lam.[242]
var. amnicus Zgl.[244]
„ crassus Retz.[243]
„ Moquinianus Dup.[245]
„ taunica Kob.[244]
margaritifer Retz.[245]
pictorum L.[241]
var. rostrata C. Pfr.[242]
tumidus Retz.[239]
Ureter
Urniere
Vallonia Risso[101]
Valvata Müll.[210]
cristata Müll.[213]
depressa C. Pfr.[212]
minuta Drp.[213]
obtusa C. Pfr.[211]
piscinalis Müll.
planorbis Drp.[213]
Velum[54]
Verdauungsorgane der Muscheln
„ „ Schnecken[37]
Vertigo Müll.[139]
Visceralganglien[43]
Vitrina Drp.[79]
Audebardi Fér.[84]
beryllina C. Pfr.[83]
diaphana Drp.[82]
Draparnaldi Cuv.[84]
elongata Drp.[81]
Heynemanni C. Koch
major Fér.[84]
Winterschlaf[60]
Xerophila Held[116]
Zunge[38]
Zwitterdrüse[50]

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. I.

C. Groschwitz lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. II.

C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV.-XXVI.Taf. III.

C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. IV.
Amalie Kobelt ad nat.C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. V.

C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. VI.
Amalie Kobelt ad nat.C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. VII.
Amalie Kobelt ad nat.C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. VIII.
Amalie Kobelt ad nat.C. Groschwitz Lith.

Jahrb. d. nass. V. f. Nat. XXV-XXVI.Taf. IX.
Amalie Kobelt ad nat.C. Groschwitz Lith.

[Fußnoten]

[1] Genaueres über die Fauna einiger Ruinen siehe im Anhang.

[2] Mörch sagt in seiner neuen Arbeit über die Mollusken Islands, er habe eine grössere Menge von Spiritus-Exemplaren der Succinea Grönlandica untersucht, einige davon haben Seitenzähnchen am Kiefer wie S. putris, andere nicht, obgleich die Schale ganz gleich sei. Entweder müssten also doch 2 Arten darunter sein, oder das Vorhandensein der Seitenzähnchen hänge vielleicht vom Alter des Thiers ab. Auch ich habe Kiefer von Succineen untersucht, die zwischen beiden Formen in der Mitte standen.

[3] Deckgläschen und Objectträger bezieht man billigst und in bester Qualität von dem Lieferanten des Giessener microscopischen Vereins, Glaser H. Vogel in Giessen; die Präparirflüssigkeiten und besonders Leistenkitt liefert ausgezeichnet rein und gut Herr Apotheker Mayer in der Hirschapotheke zu Frankfurt a. M.

[4] Cfr. Ueber das Gehörorgan der Mollusken, in Giebels Zeitschr. für die gesammte Naturwissenschaft. 1856.

[5] F. Leydig, über Paludina vivipara, Zeitschr. für wissensch. Zool. II, 1850, p. 125–197.

[6] Anm. Im December 1870 habe ich dasselbe beobachtet und mich überzeugt, dass die Schnecken unter dem Schnee lebendig waren.

[7] Anm. Nach mir noch nachträglich zugekommenen Nachrichten kommen in vielen Kellern zu Höchst a. M. Nacktschnecken vor, die wohl unserer Art angehören.

[8] Bei Durchmusterung der Sammlung des verstorbenen Herrn C. von Heyden, die Herr Hauptmann von Heyden der Normalsammlung der deutschen malacozoologischen Gesellschaft zum Geschenk gemacht hat, fand ich Vitr. diaphana auch vom Altkönig.

[9] Achter Bericht des Offenbacher Vereins für Naturkunde.

[10] Anmerkung. In der langen Zeit, die zwischen der Beendigung des Manuscriptes (Mai 1870) und der des Druckes verflossen ist, habe ich eine Varietät von ovata doch noch im Main aufgefunden, aber ganz analog der L. ampla ausgebildet, so dass ich sie noch in meiner Arbeit „Zur Kenntniss der Untergattung Gulnaria“ in Mal. Bl. 1870, als Subvarietät obtusa zu ampla zog. Nach Vergleichung zahlreicher unausgewachsener Exemplare kann ich nicht mehr zweifeln, dass sie wirklich zu ovata gehört. Sie weicht auch in der Lebensweise von ampla ab: ich fand sie in grosser Gesellschaft freischwimmend in einem Maintümpel am rothen Hamm unterhalb Frankfurt.

[11] K. Langer, das Gefässsystem der Teichmuschel in d. Denkschrift d. math. naturw. Cl. d. k. k. Acad. d. Wissensch. zu Wien. VIII und XII.

[12] Nicht 600000, wie Forel in seinem angeführten Werke irrthümlich angiebt; siehe C. Pfeiff., Naturgesch. deutscher Land- und Süsswassermoll. II p. 14.

[13] Systematisches Verzeichniss der in Deutschland lebenden Binnenmollusken p. 364.

[14] Die mit * bezeichneten Figuren sind aus Rossmässlers Iconographie entlehnt.

[15] Fig. 1–4 aus der Iconographie, Fig. 6–10 aus Schmidts kritischen Clausiliengruppen entlehnt.

[16] Fig. 8. 9 und 10 sind Copieen aus Baudon.