Der Zusammenbruch

Sieg oder Untergang! stand auf den Fahnen der Festung: als dem Sieg im Westen die Spitze abbrach, als der Keil stumpf wurde, fing der Untergang an; denn nun ging der Glaube verloren, daß Waffengewalt jemals den Ring der Feinde zu sprengen vermöchte.

Vier Jahre lang hatte die Festung der Welt standgehalten; aus Lumpen und Leiden hatten die Männer im Westen den letzten Ausfall gewagt: nun war die Not groß und die Kraft leer.

Was je und überall war, wenn eine Festung dem Hunger nicht mehr zu wehren vermochte, das mußte Deutschland erfahren: die Klage, so lange gewaltsam versteckt, fing an auf den Gassen zu gehen.

Draußen am Wall standen die Männer und Knaben, müde der Leiden, aber noch trotzig und treu ihrer Pflicht; die drinnen der Pflicht die Parole ausgaben, glaubten nicht mehr; die Sorge fraß den Befehl aus der leeren Hand.

Die Saat der vierzehn Punkte ging auf und war ein Unkraut, in allen verzagten Herzen zu wuchern: Der Frieden steht längst vor der Tür, nur die den Krieg führen und die er ernährt, wollen ihn nicht.