Hecker
Die Fürsten, um ihre Throne besorgt und erschrocken vor wilden Gerüchten, verhießen den Völkern Verfassung; aber die Väter hatten den Wortbruch des Fürsten zu bitter bezahlt.
Nicht alle Bürger schwenkten die Hüte, und aus den Tiefen des Volkes grollte ein Ton, der andere Dinge als neue Minister, neuen Betrug und neue Verfolgung begehrte.
Noch immer tagte der deutsche Bund, noch immer gab es kein Vaterland, nur Länder der Fürstengewalt; sollte ein deutsches Vaterland werden, mußte das Reich zuvor von der Habsucht, Willkür und Eitelkeit seiner Fürsten befreit sein.
In Baden sollte der Kehraus der Fürsten beginnen, und Hecker, der Fürsprech aus Mannheim, die Feder am Hut, wollte der Herold und eiserne Besen der deutschen Volksherrlichkeit werden.
Über den nächtlichen Rhein kamen die Scharen derer zurück, die in der Schweiz und in Frankreich, der Heimat verdrossen, Flüchtlinge waren; sie wollten ihr Leben einsetzen, daß endlich ein deutsches Vaterland würde.
Auch Herwegh, die feurige Zunge der Freiheit, kam wieder aus der Verbannung; und kühnere Worte hatte der deutsche Bund nicht gehört, als da der Schwabe den Brief an sein Vaterland schrieb.
Von Süden und Westen brachen sie ein und waren zwei Tage lang Wort und Gewalt im badischen Oberland; dann kamen die Truppen des Bundes aus Hessen, Bayern und Schwaben und bliesen das Strohfeuer aus.
Sie trugen die Feder am Hut und die Freiheit im Herzen, die Truppen der Bundesgewalt trugen nur ihr Gewehr: in einer einzigen Stunde bei Kandern schossen sie Feder und Freiheit zu schanden.
Feder und Freiheit ließ Hecker dahinten, sein Leben zu retten; so hitzig sie suchten, sie fingen ihn nicht, so gern sie es wollten, sie konnten den Fürsprech aus Mannheim nicht hängen.
Wie eine Hummel summte das Heckerlied hin über die Straßen und Dörfer, der deutschen Republik dennoch die Herzen zu wecken.