Walpod
Walpod, ein wohlhabender Bürger in Mainz, sah mit Zorn, wie die Großen und Grafen das Reich in Unfrieden hielten, und wie die Hände der Ritter zum Raub lose waren; denn der staufische Traum war geträumt, und keine Kaisermacht hielt das Unrecht in Schranken.
Er rief die Bürgerschaft auf, selber ihr Recht in die Macht zu stellen; so schwuren sich Mainz und Worms den Bund, dem Oppenheim beitrat, Raub und unrechten Zöllen zu wehren.
Als der von Bolanden den Städten hohnlachte, sandten sie einen Hauptmann nach Ingelheim, den Räuber in seiner Burg zu fangen.
Die Grafen ritten zuhauf, ihm zu helfen; aber der Bischof von Mainz trat der Bürgerschaft bei: wie starkes Gewölk kamen die Heerhaufen der Städte von Norden und Süden über den blinkenden Hochmut der Grafen gezogen.
Von Basel bis Köln stand die rheinische Bürgerschaft auf, den siebenten Heerschild zu stärken: da mußte der Hochmut der Herren und Ritter den Bürgern in Mainz den Landfrieden schwören.
So stark wurde die Hand der Städte, daß sie die Fürsten und Bischöfe zwangen von Basel bis Köln, dem rheinischen Bund beizutreten: sein Banner und Schild stand auf den Straßen des Stromes hinauf und hinunter, Raub und unrechten Zöllen die Schärfe des Schwertes zu zeigen.
So stellten die rheinischen Städte Gewalt gegen Gewalt; so gab der Bürger Walpod von Mainz den Zünften und Gilden das Faustrecht, dem Faustrecht der Ritter und Grafen zu wehren.
So war dem siebenten Heerschild der Schatten geschwollen; er fiel in den fröhlichen Raub und die Händel der Ritter, als ob die Bürgerschaft selber die Kaisermacht wäre.