FRANZÖSISCHE UND ENGLISCHE
SCHULBIBLIOTHEK
HERAUSGEGEBEN
VON
OTTO E. A. DICKMANN
REIHE A: PROSA
BAND LXXVII
ENGLISCH
LEIPZIG 1904
RENGERSCHE BUCHHANDLUNG
GEBHARDT & WILISCH.
LITTLE
LORD FAUNTLEROY
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH BEARBEITET
VON
G. WOLPERT
SIEBENTE AUFLAGE
LEIPZIG 1904
RENGERSCHE BUCHHANDLUNG
GEBHARDT & WILISCH.
Mit gütiger Erlaubnis der Verlagshandlung
Bernhard Tauchnitz in Leipzig.
Druck von Hugo Wilisch in Chemnitz.
Vorwort zur ersten Auflage.
Bei der Bearbeitung des vorliegenden Auszugs aus Burnetts[1] fesselndem Romane für die Schule, lag mir nach den Grundsätzen der Französischen und Englischen Schulbibliothek zunächst die Aufgabe ob, denselben so zu kürzen, daß der Inhalt des Bändchens in einem Semester bewältigt werden kann. Es wurden deshalb alle für die Entwicklung der Erzählung nicht unbedingt nötigen Teile ausgeschieden, der übrige Text aber noch soweit gekürzt, als es die Rücksicht auf die Klarheit der Schilderung und die Korrektheit des Ausdrucks zuließ. Dadurch ist es mir gelungen, das Ganze auf etwa ein Dritteil des ursprünglichen Umfanges zu beschränken, ohne jedoch den Zusammenhang zu stören und die feine Zeichnung der Charaktere der Hauptpersonen zu verwischen. Nur an einer Stelle war eine etwas gewaltsame Verschmelzung mehrerer Seiten in wenige Zeilen ([S. 82, Z. 30-36]) nicht zu umgehen; aber auch da erwies sich gewissenhafte Wahrung der von Burnett selbst gebrauchten Ausdrucksweise als möglich.
Sachliche Anmerkungen brauchten nur in beschränktem Maße gegeben zu werden, dagegen hielt ich es für angezeigt, mit den Fußnoten nicht allzu sparsam zu sein, einmal weil verschiedene Amerikanismen (store, boss, ranch u. a.), sowie eine große Anzahl vulgärer oder familiärer Ausdrücke eine Erklärung erheischten, sodann weil gar manche Stelle des Textes für die Übersetzung in gutes Deutsch nicht ohne Schwierigkeit ist. Häufiger in der Umgangssprache erscheinende Kürzungen, wie: I’d, he’d, I’ll, he’ll u. a., die in den meisten Grammatiken angeführt sind, wurden als bekannt vorausgesetzt. Bei dem S. 83 vollständig abgedruckten Briefe Cedrics unterblieb der Raumersparnis halber die Wiedergabe in korrektes Englisch, soweit nicht die Rücksicht auf das Verständnis es verlangte.
Möge dieses Bändchen, das für die mittleren Klassen aller Anstalten eine anregende Lektüre bieten wird, die freundliche Aufnahme finden, die dem kleinen Helden der Erzählung in der Alten wie in der Neuen Welt zu teil geworden ist.
MÜNCHEN, im Januar 1894.
[1] Frances Hodgson Burnett wurde am 28. November 1849 zu Manchester geboren und kam schon sehr jung nach Amerika. Aus der Reihe der von ihr veröffentlichten Romane und Erzählungen verdienen neben „Little Lord Fauntleroy“, zuerst erschienen in St. Nicholas Magazine (1886), besonders Erwähnung: „That Lass o’ Lowries“, „A Fair Barbarian“, „Through One Administration“, „Sara Crewe“, „Editha’s Burglar“, „The Pretty Sister of José“ und die Novellensammlung „Vagabondia“. Verschiedene derselben, auch „Little Lord“, wurden dramatisiert und mit großem Erfolge in Deutschland, Amerika und England aufgeführt.