COMPOUNDS WITH VOLK
Words compounded with Volk show all the various meanings distinguished in the following simple usages.
XXIV, 268: “Wenn Du Deine Ballade einem jungen Bauermädchen aus einem Thale .... gäbest die ausser den Kirchenliedern .... oder sonst einem alten schlichten Gesang nie eine Musik gehört dabei jedoch von Natur eine angenehmere und für den Zweck deines Gedichts passendere Volks-Melodie wählen als irgend einer unserer grössten Virtuosen.”
XXIV, 280: “Ein engerer Bund zwischen Gott und dem Stammvater eines Hirtenvolks wird darauf dieses Volks Losung.” This Hirtenvolk is the Hebrews.
XXIV, 305: “dieser grosse Völkerstamm sich nicht von Nord nach Süden hinab sondern von Gallien Nordwärts.” This Völkerstamm is the Irish and Scotch.
XXIV, 307: “nur so viel ist gewiss dass die allgemeine Volkssage Ossian einige Jahrhunderte später leben lässt.”
XXIV, 399: “und da sie Gesetzgeber, Volksleiter waren.”
I, 86: “Die herumschweifenden Beduinen sind noch solche Rhapsodisten als Homer war: sie sammeln einen Volkhaufen um sich.”
I, 157: “so wie das Völkerrecht jetzt im Staat zum Gesez ward.”
V, 8: “Eigentlich ist diese Sprache der Natur eine Völkersprache für jede Gattung unter sich und so hat auch der Mensch die Seinige.”
V, 132: “Eine Morgenländische Urkunde über die Trennung der Sprachen (die ich hier nur als ein Poetisches Fragment zur Archäologie der Völkergeschichte betrachte).”
V, 218: “Shakespeare .... fand keinen so einfachen Volks- und Vaterlandscharakter.”
V, 486: “Wie tausendmal mehr thöricht wenn du einem Kinde .... deine allgemeine Völkerliebe voll tolerante Unterjochung .... gönnen wolltest!”
V, 493: “ob der Phönicier gleich nicht aus Menschenliebe, Nationen besuchte, es ward eine Art von Völkerliebe, Völkerbekanntschaft, Völkerrecht sichtbar.”
XXV, 5: “Dünkts mich indessen recht, dass wenn auch diese nie ganz erwünschbare Vaterlandsschätze gefunden würden, sie doch kaum Volks-Vaterlands-Lieder für uns im strengern Verstande wären.”
XXV, 6: “nur mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen .... wie es allemal Volksrührung ist und seyn sollte.”
XXV, 10: “Natürlich musste auch die Denkart und ruhige Volksart der Deutschen an dem ewigen Zwistgewitter theilnehmen.”
XXV, 313: “ganz Volksartig, d.i. leicht, einfach, aus Gegenständen und in der Sprache der Menge.”
XXV, 314: “Der grösste Sänger der Griechen Homerus ist zugleich der grösste Volksdichter. Sein herrliches Ganze ist .... Sage lebendige Volksgeschichte.”
XXV, 316: “und doch ist überall der alte ehrwürdige Volkssänger der einfältige Hirt.”
XXV, 323: “Zum Volkssänger gehört nicht, dass er aus dem Pöbel sein muss, oder für den Pöbel singt.”
XXIV, 263: “Heisst also die Romanze, obwohl ihr nachher der Gebrauch eine engere Bedeutung gegeben eigentlich nichts als Muttersprache der südlichen Länder Europens und in ihnen Volksrede, Volksgesang.”
XXIV, 265: “die alten Englischen und Schottischen Volksgesänge.”
XXIV, 267: “Und so wäre mit echten Volksgesange abermals nicht etwa nur ein Hauptzweig alter, edler, rühmlicher und Ruhmweckender Poesie sondern der Grund aller Poesie die innere Rechtschaffenheit und Honnettetät im Herzen des Volks—ermordet.”
XXIV, 411: “Ungebundenheit (License) soll Endzweck der Regierung sein: Volkslaune (populare humour) Ursprung der Regierung.”
XIII, 39: “Die Abessinier sind ein Arabischer ‘Völkerstamm’ (race).”
XIII, 214: “Völkerschaften die den Dörfern und Städten nah sind mildern und mischen auch mehr ihre Sitten und Züge.”
XIII, 231: “Kennten wir nun noch die zahlreichen Völkerschaften die über ihren dürren Gegenden .... wohnen.”
XIII, 392: “so ist dieser Begriff, als allgemeiner Volksglaube auf der Erde.”
XIII, 427: “Priester- und Volkstradition.”
XIII, 437: “Geschlechtstafel dieser Stämme .... hält sich in den Schranken ihrer Völkerkunde und ihres Erdstrichs.”
XIII, 438: “.... widerspricht nicht nur der Zeitrechnung und der gesammten Völkergeschichte.”
XV, 124: “Damit ich mich des altdeutschen Volksausdrucks bediene.” “Aus dem Latein kam er ins Englische ins Deutsche, wie mehrere Wörter und noch ist er in der Volkssprache.” Herder is discussing the word Priamel which he says is perhaps from the Latin praeambulum. Volk in the two compounds must mean the less learned.
V, 493: “nun müsste der Bewohner des Schiffs und der Küste der expatrirte Seestreicher und Völkerläufer dem Bewohner des Zelts und der Ackerhütte ein ganz anderes Geschöpf dünken.”
V, 501: “Völkerrecht.”
V, 515: “Ihre Feudaleinrichtung wie untergrub sie das Gewühl Volkreicher üppiger Städte.”
The foregoing citations indicate two distinct senses in which Herder uses the term Volk:
Volk is equivalent to nation; nation carrying the idea of a group bound together by blood or language or government, or by all three. As such, a Volk is a collective personality, has a marked individuality, and is characterized by a national spirit.
2. (a) Volk is a race or a nation that never advanced beyond primitive grades of culture; that therefore never was subject to what he considers the deteriorating and degrading effects of higher civilization; (b) Volk is a group to be found within a civilized nation; a group which has retained the primitivism just noted above. Primitivism then is characteristic of all Volk included in section II. This primitivism whether in the entire race or in a special portion is always eulogized. These primitive specimens have the most pronounced racial individuality because civilization has not interfered with the influences of environment.
CHAPTER III
CONCEPTIONS OF VOLK AS GATHERED FROM HERDER’S COLLECTION OF VOLKSLIEDER
That Herder’s conception of that group of people which he calls Volk bears relationship to a certain genre of poetry is implied in the fact that he first coined the word Volkslied:
“Volkslied, n. von Herder, August, 1771 geprägt.” F. L. K. Weigand, Deutsches Wörterbuch, Giessen; Verlag von Alfred Töpelmann, 1909.
“Volkslied zuerst von Herder.” M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, Leipzig; Verlag von S. Hirzel, 1895.
Herder himself has made a collection of specimens of this peculiar type of song. According to his own statements these poems bear the distinguishing marks of that sort of people which he has in mind as being distinctively Volk. In his essay, Ähnlichkeit der mittlern englischen und deutschen Dichtkunst, he says:
Alle unpolizirte Völker singen und handeln; was sie handeln singen sie und singen Abhandlung. Ihre Gesänge sind das Archiv des Volks der Schatz ihrer Wissenschaft und Religion ihrer Theogonie und Kosmogenien der Thaten ihrer Väter und der Begebenheiten ihrer Geschichte, Abdruck ihres Herzens, Bild ihres häuslichen Lebens in Freude und Leid, beim Brautbett und Grabe.
Herder’s collections are from national bodies of people. We ought to find among these groups of songs common factors which would not be found as such in that body of poetry which Herder excludes as not being Volk songs.
Further, we should be able to reduce these common factors to lowest terms which would embody some interpretation of Herder’s conception of Volk: “Das sind einmal alte Nationalstücke die das Volk singt, und sang, woraus man also die Denkart des Volks, ihre Sprache der Empfindung kennen lernet.”