546. O Holy Spirit, enter in

Michael Schirmer, 1606-73

Tr. Catherine Winkworth, 1829-78

1.

O heil’ger Geist, kehr bei uns ein

Und lass uns deine Wohnung sein,

O komm, du Herzenssonne!

Du Himmelslicht, lass deinen Schein

Bei uns und in uns kräftig sein

Zu steter Freud’ und Wonne,

Dass wir in dir

Recht zu leben uns ergeben

Und mit Beten

Oft deshalben vor dich treten.

2.

Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort,

Lass es wie Feuer immerfort

In unsern Herzen brennen,

Dass wir Gott Vater, seinen Sohn,

Dich, beider Geist, in einem Thron

Für wahren Gott bekennen.

Bleibe, treibe

Und behüte das Gemüte,

Dass wir glauben

Und im Glauben standhaft bleiben!

3.

Du Quell, draus alle Weisheit fleusst,

Die sich in fromme Seelen geusst,

Lass deinen Trost uns hören,

Dass wir in Glaubenseinigkeit

Auch können alle Christenheit

Dein wahres Zeugnis lehren!

Höre, lehre,

Herz und Sinnen zu gewinnen,

Dich zu preisen,

Gut’s dem Nächsten zu erweisen!

4.

Steh uns stets bei mit deinem Rat

Und führ uns selbst den rechten Pfad,

Die wir den Weg nicht wissen!

Gib uns Beständigkeit, dass wir

Getreu dir bleiben für und für,

Wenn wir nun leiden müssen!

Schaue, baue,

Was zerrissen und geflissen,

Dir zu trauen

Und auf dich allein zu bauen!

5.

Lass uns dein’ edle Balsamkraft

Empfinden und zur Ritterschaft

Dadurch gestärket werden,

Auf dass wir unter deinem Schutz

Begegnen aller Feinde Trutz,

Solang wir sind auf Erden!

Lass dich reichlich

Auf uns nieder, dass wir wieder

Trost empfinden,

Alles Unglück überwinden!

6.

Du starker Fels und Lebenshort,

Lass uns dein himmelsüsses Wort

In unsem Herzen brennen,

Dass wir uns mögen nimmermehr

Von deiner weisheitreichen Lehr’

Und reinen Liebe trennen!

Fliesse, giesse

Deine Güte ins Gemüte,

Dass wir können

Christum unsern Heiland nennen!

7.

Du süsser Himmelstau, lass dich

In unsre Herzen kräftiglich

Und schenk uns deine Liebe,

Dass unser Sinn verbunden sei

Dem Nächsten stets mit Liebestreu’

Und sich darinnen übe!

Kein Neid, kein Streit

Dich betrübe, Fried’ und Liebe

Müssen schweben;

Fried’ und Freude wirst du geben!

8.

Gib, dass in reiner Heiligkeit

Wir führen unsre Lebenszeit,

Sei unsres Geistes Stärke,

Dass uns forthin sei unbewusst

Die Eitelkeit, des Fleisches Lust

Und seine toten Werke!

Rühre, führe

Unser Sinnen und Beginnen

Von der Erden,

Dass wir Himmelserben werden!

This hymn for Whitsuntide, addressed to the Holy Spirit, went through various alterations in German hymnbooks until it finally appeared in 8 stanzas, as here. It is a beautiful New Testament paraphrase of Isa. 11:2:

And the spirit of the Lord shall rest upon him, the spirit of wisdom and understanding, the spirit of counsel and might, the spirit of knowledge and of the fear of the Lord.

Michael Schirmer, born in Leipzig, received his education at the University of Leipzig, graduating with an M.A. degree in 1630. He was appointed assistant rector of the Greyfriars Gymnasium in Berlin, but on account of ill health was compelled to resign. Besides the hardships of the Thirty Years’ War, Schirmer experienced added sorrows in the death of his wife and two children. At times deep melancholy fell upon him, lasting for years at a time. Schirmer was crowned court poet in 1637. His published works include a metrical version of Ecclesiasticus, 1655; a scriptural play, Der verfolgte David, 1660; and versions of the Songs of the Old and New Testaments, Biblische Lieder und Lehrsprüche, 1650. Five of his hymns came into wide use in Germany but only this one passed into English.

The translation is by Catherine Winkworth in her Chorale Book for England, 1863. The present hymn is composed of stanzas 1, 4, 6, and 8.

For comments on Miss Winkworth see [Hymn 236].

MUSIC. NICOLAI, better known as “Wie schön leuchtet der Morgenstern,” has long been known as the “Queen of Chorales.” (For the “King of Chorales,” see [Hymn 522].) It is a magnificent tune. In Germany it was set on many city chimes.

For comments on the composer, Philipp Nicolai, see [Hymn 522].