ACHTER AUFTRITT
Daja und Nathan.
DAJA
eilig und verlegen
Denkt doch, Nathan!
NATHAN
Nun?
DAJA
Das arme Kind erschrak wohl recht darüber!
Da schickt ...
NATHAN
Der Patriarch?
DAJA
Des Sultans Schwester,
Prinzessin Sittah ...
NATHAN
Nicht der Patriarch?
DAJA
Nein, Sittah! — Hört Ihr nicht? — Prinzessin Sittah
Schickt her, und lässt sie zu sich holen.
NATHAN
Wen?
Lässt Recha holen? — Sittah lässt sie holen? —
Nun, wenn sie Sittah holen lässt, und nicht
Der Patriarch ...
DAJA
Wie kommt Ihr denn auf den?
NATHAN
So hast du kürzlich nichts von ihm gehört?
Gewiss nicht? Auch ihm nichts gesteckt?
DAJA
Ich? ihm?
NATHAN
Wo sind die Boten?
DAJA
Vorn.
NATHAN
Ich will sie doch
Aus Vorsicht selber sprechen. Komm! — Wenn nur
Vom Patriarchen nichts dahinter steckt.
Ab.
DAJA
Und ich — ich fürchte ganz was anders noch.
Was gilt’s? die einzige vermeinte Tochter
So eines reichen Juden wär auch wohl
Für einen Muselmann nicht übel? — Hui,
Der Tempelherr ist drum. Ist drum, wenn ich
Den zweiten Schritt nicht auch noch wage; nicht
Auch ihr noch selbst entdecke, wer sie ist! —
Getrost! Lass mich den ersten Augenblick,
Den ich allein sie habe, dazu brauchen!
Und der wird sein — vielleicht nun eben, wenn
Ich sie begleite. — So ein erster Wink
Kann unterwegens wenigstens nicht schaden.
Ja, ja! Nur zu! Jetzt oder nie! Nur zu!
Ihm nach.