Threnodie XIV

Wo ist das Unglückstor, durch welches einst vor Jahren

Auf der Verlornen Spur Orpheus hinabgefahren?

O könnt auf diesem Pfad nach meinem liebsten Kinde

Doch ich auch suchen gehn, dass jene Furt ich finde.

Durch die ein Fährmann grimm mit bleichen Schatten gleitet

Und sie in traurige Zypressenwälder leitet.

Doch du verlass mich nicht, du holde Laute mein,

An meiner Seite komm bis ins Gemach hinein

Des strengen Pluto: sieh, da will ich ihn mit Tränen,

Du ihn mit Trauersang erweichen und versöhnen,

Dass er mein liebstes Kind mir doch noch wiederschenkt

Und mir das Leid verkürzt, das mich so maßlos kränkt.

Entgehn kann sie ihm nicht; zu ihm gehn alle ein;

Kann ich bekommen nur das frühe Blümelein!

Wie trüg auch dieser Gott ein gar so steinern Herze,

Dass nichts mehr dort erbät ein Mensch in seinem Schmerze!

Was sag ich? Lieber steig auf immer ich hinab,

Und mit der Seele streif ich auch den Kummer ab.