Amen!


Vor einer gefährlichen Operation.

4. Mein Gott, meine Stärke und meine Hoffnung!»Du, in dessen Hand die Seelen aller Lebenden und der Geist ist, der das Fleisch eines jeden Menschen belebt, « du hast mir heute eine Stunde gesandt, voller Schmerzen und Gefahr, in der versucht werden soll, mir meine Gesundheit zurück zu gewinnen, (in der ich ein Glied meines Körpers verlieren soll, um wo möglich mir dadurch das Leben zu erhalten), o, sei mir denn mit deiner Liebe in diesen Augenblicken nahe. Stärke meinen Mut und lehre mich den schwersten Schmerz in dem Gedanken ertragen, daß du es bist, der »sowohl Wunden schlägt als auch sie verbindet,« daß deine Weisheit es also beschlossen hat und es deshalb zu meinem Heile dienen soll. Ach, daß du mich deines Beistandes und Trostes in diesem Kampfe würdig hieltest! Vergib mir, o, vergib mir alle meine Sünden, (hier lese man das Sündenbekenntsis, Oschamnu), laß meine Seele zu dieser Stunde sich mit aller Welt versöhnen und laß mich alle Bitterkeit aus meinem Herzen tilgen! Laß mich erfahren, daß»nur eine kleine Stunde über deinen Zorn verrinnt, aber das Leben deine Lust ist. Du verläßt den Menschen nur eine kurze Weile, aber du nimmst dich seiner mit großem Erbarmen wieder an.« Rufe mir ins Gedächtnis, wie viele sich den schwersten Martern unterworfen, um deinen Namen zu heiligen, und durch ihren festen Glauben sich die Herrschaft über den Schmerz errungen haben, wie viele Mut und Standhaftigkeit in den herbsten Leiden zeigten und unter deinem Segen für ihre fromme Standhaftigkeit durch eine freundliche Zukunft belohnt worden sind. Laß die Liebe und das Vertrauen zu dir, Allgütiger und Allbarmherziger, mich keinen Augenblick verlassen; laß deine Rechte mich halten. Nun wohlan denn! in deinem Namen!»In deine Hände befehle ich meinen Geist« mit meinem irdischen Leibe. Gott ist mit mir, ich fürchte mich nicht! Schéma Jisroel Adônai Elôhenu Adônai Echod!—Höre Israel, der Herr unser Gott ist ein einziger Gott! Gelobt sei er in alle Ewigkeit!

Amen!


Fürbitte für einen Kranken.

5. Herr! du selber hast gesagt:»Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.« O, laß denn das Gebet meines bekümmerten Herzens zu dir aufsteigen. Bei dir sollte ich wohl Stärke finden unter der schweren Krankheit, die meinen lieben... (hier wird der Name des Kranken genannt) an das Lager fesselt. Wohl weiß ich, daß deine Wege nicht unsere Wege und daß die Ratschlüsse deiner Weisheit unerforschlich sind und verborgen unserer Kurzsichtigkeit, und daß auch diese Schmerzen, unter denen der Teure leidet, von dir gesandt sind; aber ich weiß auch, daß du gnädig auf die herniederblickst, die in ihrer Angst zu dir rufen, und daß die Tränen, die meinen Augen entströmen, dir nicht mißfallen.—Du, der du selbst uns hast verkünden lassen, daß du unser Arzt sein willst, wenn wir auf deinen Wegen wandeln, o, vergib dem Kranken alle seine Übertretungen, tilge das Andenken seiner Sünden und laß es dein Willen sein, daß mein....... wieder rasch geheilt werden und noch lange leben möge zur Verherrlichung deines Namens. Lindre sein (ihr) Leiden und laß ihn (sie) Erquickung und Ruhe finden. Erhöre die Gebete, die er (sie) zu dir sendet und schenke mir ihn (sie) wieder, daß ich dir danken möge, mein Helfer und Gott.

Amen!