Wellmine! — in den Strom! sie hat sich zerschmettert! Durch mich! — das war noch das Verständlichste, und die schnellgeruffnen Aerzte wandten lange ihre Mühe vergebens an.
Nach einem fürchterlichen Schlummer, den die erschöpfte Natur erzwang; ward er endlich ruhiger, so, daß er mit einigen Zusammenhang die fürchterliche Begebenheit erzählen konnte.
Jeder, der es hörte, weinte der Verzweifelten Mitleid — und bangte um Salassin — der sich unaufhörlich die Schuld beimaß, keine Gegenvorstellung hörte — und sich als ihren Mörder in die Jammerburg setzen lassen wollen.
Lange fruchtlos waren Aller vernünftige Gegengründe. — Man schrieb Sebalden den Vorfall — er reiste schnell aus den Armen der zärtlich ihn liebenden Jilla ab — und traf den unglücklichen Freund vom Fieber ergriffen im Bette.
Ihm gelang es eher Salassin zu heilen von seiner wilden Narrheit — der Kranke erholte sich wieder — die trefflichen Wirkungen der Arzneien, der Aerzte Bemühungen und Sebalds Seelentinkturen machten den Unglücklichen bald genesen.
Zwar konnte der mächtige Eindruck nicht so ganz aus seiner Seele gelöscht werden — oft sprach er noch davon — aber Sebald wußte den Wurm zu fassen, und wenn er ihn doch nicht ganz vernichtete, so zerstörte er ihn wenigstens und machte ihn unschädlich.
Fünfzehntes Kapitel.
Begebenheiten.
Sebald hatte von seinem Schicksale dem Freunde nur äußerst wenig erzählen können; denn taub für alles war er; und die Angst, wenn Lolly und das Mädchen eins wäre nährten seine Schwermuth noch mehr; in der er verloren dem frohen Sebald Stunden lang zuhörte, ohne von dem Erzählten ein Wörtchen zu fassen.
An einem Festtage erhob sich der Monarch aus seinem Pallast, und wandelte mit den Aermsten, Elendesten, Dürftigsten leutselig, freundlich und gütig. Seinem Beispiele folgten die Edelsten, und in wenigen Minuten schien kein Dürftiger, kein Armer und Elender in der Stadt mehr zu seyn.
Salassin und Sebald waren lange schon unter dem bunten Gewimmel von glücklichen Menschen.