Lolly antwortete wieder mit einer feurigen Umarmung: sie vermochte kaum zu stammeln: Auch ich so! auch ich!
Sal. Vergieb — vergieb meinem Dringen — ich glaubte dein Herz empfinde dies Bangen und Verlangen, dies frohe Schauern und Zittern, das in meinem wühlet, es empfinde auch für mich — all die seligen Bilder von dir — all die süssen Worte, die ich von dir gehört — so mancher Schwarm lieblicher Gedanken flirrte in meinem Kopfe — ich sog daraus Honig, daß auch du, auch du für mich fühltest — Mädchen — nur ein Wort — eine Silbe nur sprich, und belebe mich — bestättige meinen süssen Wahn — gieb Zuversicht der Hoffnung — sprich: daß du mich liebst —
Lolly. (an seiner Brust) Ich liebe dich!
Sal. (in der Betäubung des Entzückens) O so bin ich unaussprechlich selig!
Sie ließen sich im stummen Jubel der lange schon verketteten Herzen auf einen Rasensitz nieder, und kosten im süssen Liebesverein. Viel von vergangenen Stunden, von frohen und bangen Gefühlen, von süssen Hofnungen, von der Heimat und unzähligen andern wurde geschwäzt — die Stunden drängten sich angenehm und schneller dahin, als sich Gedanken und Küsse drängen.
Mein Vater kam also nicht in die Stadt! das thut mir leid! — begann Salassin wieder — Und dein Vater?
Ist unter dem Volke: wir werden ihn bald sehen. Ja doch — daß ich nicht vergesse — dein Vater erzählte mir von den Pilgern, die ihr einst auf der Reise in euren Wagen aufnahmt so vieles — den Jüngling laß er väterlich grüssen — sagt er mir.
Salassin dachte an Sebald, und ward unruhig, weil ihm dabei das Mädchen einfiel: er fragte hastig:
Lolly — warst du in der Stadt?
O ja! Mit meinem Vater!