Salassin stand erschüttert, unentschlossen ob er gehen solle oder nicht. Der Monarch fuhr fort:
Du bist entlassen.
Salassin fühlte die Bitterkeit dieser kurzen Rede, er wankte, aber bei der Erinnerung an seine Freunde, stand Sebald und Lolly vor ihm, und — er taumelte unwillkührlich aus dem Zelte.
„Verweile noch! — sprach der Kaiser: Salassin! Noch eins! Eh du das Lager verläßt.
Mein Monarch! — rief Salassin niedergedonnert, und sank vor der Majestät nieder —
Wenn es dich so viel kostet, in deinem Vaterlande auf den Lorbern des belohnten Ruhms zu ruhen, wenn es vielleicht dein eigen Wohl gälte — dann fodre ichs nicht. Aber nur einen Tag genüsse die Früchte des Friedens in der Residenzstadt, dann geh du hin, wohin jenes Gewitter deines Innern dich jagt, so du für gut findest mir zu verbergen.
Salassin begab sich verwirrt in sein Zelt.
Der zum Aufbruch bestimmte Tag dämmerte, und das Heer brach unter wiederhallenden Musiken das Lager ab. In wenigen Tagen glänzten die vergoldeten Thurmspitzen der Residenzstadt den Siegern in die Augen, auf viele Meilen kam das Volk laut frohlockend entgegen, und begleitete sie in die wimmelnde Stadt.
Siebentes Kapitel.
Der Flüchtling in der Jammerburg.
Aus allen Provinzen Germaniens waren Menschen nach der Stadt gereist, um den Helden und die beneidenswürdigen Sieger zu sehen. Ein undurchdringliches Gemenge der Menschen regte sich auf den Plätzen und in den Strassen, wo das Heer durchziehen sollte. Alle Fenster waren gefüllt mit Menschen, und Bäume der Alleen in den Gässen und die Dächer der Gebäude trugen Zuschauer, die voll der gespanntesten Erwartung ihre Blicke dahin hefteten, wo die Tapfern zogen.