Hm! er soll das Wetterhänchen nur erst kennen! —

So wetteiferten die Züngelchen der andern Mädchen — die sich allmählig zur Ruhe schliechen — ein Traum umschwebte Alle — die neuen Tänzer. —

Salassin und Sebald schliefen ruhig.

Drittes Kapitel.
Das Bildniß.

So verflogen Tage, Wochen, Monden und die beiden Helden lebten im schönsten Genuße der Wonne. Eines Tags kam Salassin zurück in sein Zimmer von einer Promenade.

Sebald war nicht da. Salassin gieng in des Freundes Zimmertheil, denn das Zimmer trennte nur eine goldgewirkte Tapete in Zweie. Auf einem Tische lagen Zeichnungen und Kupferstiche. Sieh da! Ein Bildniß lag bald ausgemahlen auf dem Tische.

Salassin erschrack wie vom Blitze getroffen! Es war Lollys Bild. Das blaue schmachtende Auge, die hohe glatte Stirne, der lächelnde Zug voll Milde um den Mund — die Wange so blühend, so frisch gemahlen das blonde Lockenhaar, das sich in sanften Wallungen auf den Lilienbusen goß — Lolly mit Leib und Seele! rief Salassin, und sah das Mädchen wie sie vor ihm stand, als sie Euphon schlug.

Hat er meiner Beschreibung nach, sie so richtig zeichnen können? Wie ist das möglich? Er sah sie nie —

Trunken von Begeisterung drückte er das Bild an seine Lippen, und — verwischte das Gemälde, das noch nicht getrocknet war. Verdammt! rief er, und fuhr aus dem Traume, ich habe da einen dummen Streich gemacht! Was wird Sebald sagen?

Eben kam jener — sah den Freund vor seinem Tische, warf den Blick auf das verwischte Gemälde, und indem er etwas unwillig auf Salassin sah — kam ihm dieser mit einer Abbitte zuvor.