Sie giengen. Salassin in unbeschreiblicher Angst, mit dem bangen Wunsche: Wenn es Lolly wäre! Wenn sie es doch nicht wäre! Ist sie es — ach so bin ich oder mein Sebald unglücklich. Ist sie es nicht — wie bitter ist dann meine Hoffnung, sie wieder einmal zu sehn getäuscht!
Sebald selbst war in der quälendesten Lage. Seine Seele hieng an der Grazie, die das Bildniß trug. Immer stand das schöne jammernde Mädchen mit dem thränenden Auge vor ihm — er liebte sie — und hatte es sich selbst nicht gestanden. Er zeichnete sie — und wußte nicht warum sie so richtig getroffen sey? Und nun? welch ein verwünschter Zufall, daß Salassin gerade Lollyn in ihr erkennen mußte?
Je näher sie der Gasse kamen, desto banger war ihm ums Herz! Je näher das Haus rückte, desto schneller klopfte es im Busen. Salassin flog, und Sebald wäre gern zurückgekehrt. Endlich standen sie vor dem Hause. Sie traten hinein — der Besitzer bewillkommte sie freundlich — und umarmte voll Liebe Sebalden, den er als seinen wackern Träger kannte.
Man sprach so von dem und jenem — der Herr führte sie in seine Zimmer kein Mädchen war zu sehen. — Sie wandelten im Garten, keine Seele da.
Ach! gäb es nur schon lieber keines in der Welt! dachte jeder der Beiden, und ich stimme von Herzen in ihren Wunsch. — Sie blieben eben vor einigen marmornen Wasen stehen, die sehr schön gearbeitet in einer Laube lagen.
Ich werde morgen — begann der Greis — meinen Bruder besuchen auf dem Lande: die Vasen sind ihm bestimmt: er wird eine Freude haben, — meine Tochter ist bereits da.
Versteinert standen die beiden Freunde über das: „Meine Tochter ist bereits da.“
Gern hätte Salassin mit tausend Fragen, wo? wohin? warum? wie so? u. s. w. den guten Mann bestürmt, wenn ihm nicht jedes Wort im Munde gestorben wäre. Doch war er getrösteter. Lolly meinte er, ist ja Benglers Tochter. Wie käme sie daher. Gefaßt fragte er:
Und wirst du, Herr, lange dich da aufhalten? Nachdem es mir gefallen wird. Ohngefähr 3 Wochen, hoffe ich, bin ich wieder da. —
Drei Wochen soll ich in einer solchen Ungewißheit leben? dachte Salassin und Sebald: