Seb. Morgen!

Sal. Meinetwegen.

Seb. In einem Dorfe 4 Stunden von der Stadt ist das Lager abgesteckt für die Armee. Der Kaiser selbst wird dahin sich begeben, um das Heer zu mustern, sich den Soldaten zu zeigen, und ihnen Muth und Liebe einzuflößen. Man hat Bemerkungen gemacht, daß die unruhigen Normänner sich zu einem Streifzug ins nördliche Germanien rüsten. Der Sicherheit halber kampirt unsrer Armeen eine gegen Norden bin.

Sal. Reuten wir allein, oder in Gesellschaft?

Seb. Wie du willst.

Sal. Also allein.

Sie meldeten sich dem Fürsten von Tellmann drum und fort im flüchtigen Gallopp flogen die rüstigen Pferde durch Gassen und Strassen zum Thore.

Sie erreichten bald das erste der Dörfer. Eine Menge geschmückter Jünglinge und Mädchen, tanzten in Reigen in einem Wiesenthale. Sie feierten das Aerntefest. Die Musik hallte so lieblich aus der Ferne den Reutenden entgegen. Büsche und Hecken rauschten, und der Wind säuselte den Wiederklang der Töne.

Neuntes Kapitel.
Die Einsiedelei.

Die sanfthallende Harmonie regte Beiden Empfindungen auf, sie ließen den Zaum aus der Hand sinken, und hörten nur die lieblichen Töne, sahen nur nach der volkreichen fröhlichen Wiese. So traf es sich daß sie die Strasse abritten, und ihren Irrthum nicht eher als hinter dem Dorfe bei einem Bach gewahrten, über den keine Brücke führte.