Eben kam Sebald an eine Ecke des Gondelvollen Lagerquadrats. An einem Luftschiffe wurden die Seegeln gespannt, und zum Aufsteigen bereitet. Ein Mann und Mädchen stieg eben hinein, er blickte flüchtig dahin, welch ein süsses Schauern durchfuhr ihn! Er erkannte das Mädchen und hätte auf des Kaisers Ehre geschworen es sey das und kein anderes, so ihm einst da jammernd entgegensprang als er den verwundeten Alten auf dem Rücken trug.

Er rief einige Grüsse den Aufsteigenden zu, die alle unbeantwortet blieben.

„Sie ists, beim Himmel! sie ists! Sie kennt mich nimmer! Sie blickte herab, als ich sie grüßte, und dankte mir nicht einmal! Ich bin verloren — sie kennt mich nimmer.

So gieng er voll Unmuth mit einem gekränkten Herzen, nachdem er lange unverwandten Blickes der Gondel nachgesehn hatte, traurig und mit sich im Streite, ob sie es vielleicht doch nicht gewesen seyn könne, oder ihn nicht erkannt habe, das Lager auf und ab.

Eilends flog nach langem Suchen Salassin voll Hast und Staub, und ohne Athem fast, auf Sebalden zu. Ich habe sie gesehen! O ich habe sie gesehen!

Wen? — fragte der aufmerksame Freund.

Lolly hab ich gesehen. Sie fuhr eben in einer Gondel davon. Ihren Gefährten sah ich nicht recht, denn er war bereits eingestiegen; aber es war ihr Vater. Lolly blickte hinab, ich erkannte sie: winkte ihr, grüßte sie: aber ach! sie mußte mich nicht kennen — sie dankte mir nicht! — Lolly — sie dankte mir nicht!

Seb. (hastig) An welchem Ecke sahst du sie?

Sal. An dem Ersten, aus dem man in das Stadtthor kömmt. Sie wars — mit Leib und Seele — ihre Kleidung zwar hatte sie nicht — die sie trug als ich mit meinem Vater in ihrem Schlosse war; aber Mädchen haben der Kleider so viele als Launen.

Seb. Was soll das heissen? Wisse — ich sah das Mädchen auch; aber in dem letzten der 4 Ecke — sie fuhr eben mit einem alten Mann davon: es muß ihr Vater gewesen seyn; auch ich konnt ihn nicht sehen, auch mir nickte sie keinen Dank auf meinen Gruß!