Fig. 209.
Transport von Waren auf dem Kopf durch Zulumädchen (Südafrika).
[Underwood phot.]

Aber noch viel umfangreicher und weitausgreifender wirkten die Glaubensmissionen und Pilgerreisen zuerst der Buddhisten durch ganz Ostasien, dann die der nestorianischen Christen, die zu Verbindungen Europas mit dem Mongolenreiche und der Einführung des Christentums in China und das übrige Asien führten. JOH. VON MONTECORVINO baute 1305 zwei Kirchen in Peking. Aber schon 530 n. Chr. bestanden Christengemeinden in Malabar und Ceylon. Auch die Mönche CARPINI und RUBRUQUIS erreichten im XIII. Jahrh. wie ODORICO DE PORDENONE im XIV. Jahrh. das chinesische Reich.

Fig. 210.
Eine Karawane für den Transport des Kautschuk über Land im Kongogebiet.
[Visser phot.]

Dann brachten auch Abenteurer, wie der Ritter MANDEVILLE († 1371) Nachrichten.

Endlich haben auch rein geographische Reisen neue Handelswege erschlossen, besonders die der Araber im Mittelalter, die ein ganzes Heer von Forschungsreisenden hervorbrachten (s. [Geschichte]). «Die größten Schiffervölker des Altertums waren die mittelmeerischen Phönikier und Griechen. Von Südgallien liefen unter griechischer Führung die größten maritimen Entdeckungsexpeditionen aus, von denen die Geschichte vor der Zeit der transatlantischen Entdeckung berichtet» (F. RATZEL, Das Meer als Quelle der Völkergröße) und NECHO, der Sohn des PSAMMETICH, ließ im VII. Jahrh. v. Chr. durch phönikische Seefahrer ganz Afrika von Ost nach West umschiffen. So sehen wir denn schon im Altertum ein reiches Netz von Handelsstraßen entstehen.

Fig. 211.
Mit Moka-Kaffee beladene Kamele einer arabischen Karawane.
[Aus Les grandes cultures.]

Sehr frühzeitig siedelten sich Hindus auf Socotra an, Malabaren im südlichen Arabien. Die Tarschischschiffe SALOMOS und HIRAMS, mit phönikischen Matrosen bemannt, erreichten die Gestade östlich vom Indusdelta und schon in der Mitte des I. Jahrh. fuhr HIPPATUS mit Benutzung der Monsune vom Golf von Aden über den Indischen Ozean nach der Küste von Malabar. In den letzten Jahrhunderten des Altertums blühten in Vorderindien als Stapel- und Handelsplätze indischer Drogen Patala (Haidarabad) am Indusdelta, Barygaza (Beroach) nördlich von Bombay, Calliene bei Bombay, Muziris (Mangalore), Nelkynda (Nelliseram) an der Küste von Malabar und Taprobane (Ceylon). Auf der Ostküste lag Mavalipuram, von welchem Platze aus ein Handelsverkehr mit Hinterindien, dem «goldreichen Chryse» des Altertums, unterhalten wurde.

Nach Norden führten von Indien zwei Handelsstraßen, die eine direkt nach Norden über die Gebirgskette, die Kaschmir und Badagschan trennt, die andere über die Keyberpässe nach Kabul und Bactrien, den ältesten Kulturgebieten der Menschheit.