Einfuhr

Ausfuhr

1905

1904

1905

1904

Doppelzentner netto

Öle, äther., nicht bes. genannt

  4713

 4624

  4830

 4910

davon aus resp. nach:

Ceylon

   350

  236

China

   623

  378

Japan

   266

  202

Vereinigte Staaten

   308

  278

   901

 1549

Rußland

   112

  116

543

397

Essenzen usw., alkohol- oder
ätherhaltige (Menthol usw.).

  1906

 1869

  2462

 2711

davon aus resp. nach:

Japan

   497

  349

Österreich-Ungarn

   399

  153

   216

  250

Hausenblase, echte u. unechte

   169

  229

    89

   77

Aloë

  1111

 2039

   804

 1305

davon aus:

Brit. Südafrika

   318

 1111

Niederl. Amerika

   454

  560

Kanthariden

   134

  155

   77

   69

Chinarinde

 25934

39426

  828

 1165

davon aus:

Niederl. Indien

 23791

35636

Cochenille

   620

  691

   122

  244

Dividivi

 97733

84012

 27187

22441

Galläpfel

 19316

27117

  2958

 2231

Gummi arab., Senegal-, Tragant-

 58400

54277

 23150

21535

Indigo

  1973

 2600

111648

87300

Camphor

 10016

11631

  3305

 2663

Catechu

 46482

44201

 14227

13073

Opium

   687

  676

   133

  116

Rhabarber, getr.

  1200

  811

   481

  310

Getr. Mandeln

104714

97878

   236

  166

Gewürznelken

  7920

 6739

   674

  864

Ingwer

  2449

 2455

    10

    4

Cardamom

   728

  728

    1

Macis

  5654

 4960

    27

    6

Pfeffer, schwarzer

 31040

35040

   170

  119

  „  weißer

 19360

22622

    19

    2

Piment

 13587

13755

     3

    9

Sternanis

   314

  301

     4

    3

Vanille

   797

  789

    45

   70

Cacaobutter, Cacaoöl

   183

  276

 18246

13851

Insektenwachs, roh

 25578

25067

   244

  416

davon aus:

Deutsch-Ostafrika

  3171

 1738

Madagaskar

  2025

 1158

Brasilien

   549

 1473

Pflanzenwachs (Carnaubawachs)

roh, davon aus:

Brasilien

  5422

 5849

Wachs jeder Art, zubereitet

  4318

 4666

 22054

19206

davon aus Japan:

  3344

 3611

Balsame, natürliche, außer Terpentin

  2008

 1707

  1062

 1089

Gummilack, Schellack

 41043

32162

  9576

 8589

Die meisten Drogen werden nach dem Aussehn gehandelt, doch greift die löbliche Sitte, nach dem Gehalt zu kaufen, immer mehr um sich. Schon jetzt wird vielfach ein Zertifikat des Chemikers verlangt. So z. B. wird der Perubalsam nach dem Cinnameïngehalte, das Eucalyptusöl nach dem Eucalyptolgehalte (ich fand solches mit der Bezeichnung: «60–70% Eucalyptol»), das Pfefferminzöl nach dem Mentholgehalte (ich sah in London auch «dementholized pepermint oil»), das Sandelöl nach dem Santalolgehalte, Zimtöl nach dem Zimtaldehydgehalte gehandelt. Bei den ätherischen Ölen haben besonders SCHIMMEL & CO. darauf hingewirkt, daß die Chemie das letzte Wort bei deren Kaufabschlusse hat. Vielfach wird auch nach den Ansprüchen der Pharmakopoëen gehandelt (z. B. Bals. Copaiv. Ph. germ. IV).

Bei der Chinarinde von Java wird in den Regierungs-Chinaplantagen ([Fig. 243]) das Chinin bestimmt (seit 1872, MOENS, GORKOM), das Resultat in einem Zertifikat jedem Posten beigelegt und dasselbe dann, wenn auch nicht regelmäßig, in Amsterdam nachkontrolliert. Bei der Particulierrinde geschieht die Bestimmung erst in Amsterdam (vgl. [S. 174]). Gehandelt wird die Chinarinde nach dem Unit, d. h. nach Halbkiloprozenten. Wenn man sagt: Das Unit ist 10 cent holl. (1 cent = 1.69 Pfennig), so heißt das soviel wie: das halbe Kilo einer einprozentigen Rinde kostet 10 cent, einer zweiprozentigen also 20 cent, einer fünfprozentigen 50 cent usw. Die Rinde wird also nur nach ihrem Gehalte an Chinin (sulfat) gehandelt. Das Unit war in den letzten Jahren ziemlichen Schwankungen unterworfen. Es fiel von 1891–1893 von 7.50 auf 2.60, blieb dann dauernd niedrig, ja sank sogar Anfang 1897 bis auf 2.15 herab, den tiefsten Stand, den es je erreichte, um dann noch im gleichen Jahre auf 7.90, 1899 auf 10.90 und 1900 gar auf 12.20 zu steigen. Dann ist es wieder herabgegangen. Ende 1906 stand es um 5.

Auch die Hamburger Listen geben bei Chinarinde immer den Alkaloidgehalt des betreffenden Postens an.

Die Kamala wird jetzt nach dem Aschengehalt gehandelt (2.5–3.5–5–6% Asche), die ascheärmste ist um die Hälfte teurer als die aschereichste.

Die «Klassifizierung» des indischen Opiums unterscheidet nach dem Gehalt an wasserfreiem Opium (bei 212° F. getr.) 12 Klassen:

Buitengewoon 82 Grade (und höher)
Bala Bashi Durawal 79–81
Bala Durawal 76–78
Durawal 73–75
Awal 70–72
Doem 67–69
Saem 64–66
Chaharun 61–63
Punjum 58–60
Shuihum 55–57
Huftum 52–54
Pani amez weniger als 51 (d. h. weniger als 51% wasserfreies Opium).

Der deutsche Großdrogenhandel hat seinen Hauptsitz in Hamburg, ferner in Berlin, das Leipzigs Erbschaft angetreten hat, und Dresden, dann in Leipzig, Halle, Breslau, Stuttgart, Nürnberg, endlich in Bremen, Stettin, Danzig, Königsberg, Braunschweig, Hannover, Frankfurt a. M., Würzburg.

Die Mengen, welche die Pharmazie von den Drogen braucht, sind übrigens verschwindend gering gegenüber den enormen Mengen, die die Industrie z. B. vom Colophonium und Terpentin, von Dammar, Copal, Campeche, Fernambuc, Gummi arabicum, Galläpfeln, Guttapercha, Kautschuk, Baumwolle, Olivenöl u. and. verbraucht und auch Küche und Haus verbrauchen erheblich mehr Cacao, Tee, Kaffee, Stärke, ätherische Öle u. and. als die Apotheke.

Der moderne Großdrogenhandel ist nicht ein Nachkomme des Großhandels der FUGGER und WELSER. Verfolgt man die Geschichte der heutigen Drogenfirmen zurück, so findet man, daß viele Drogenfirmen — wie viele chemischen Fabriken auch — aus einer Apotheke hervorgingen, ein Apotheker ihr Begründer war. Aus der Apotheke ist auch der Großdrogenhandel im XVII. und XVIII. Jahrh. — meist durch Berufsspaltung — hervorgegangen (BREITFELD).