Pharmazeutisches Institut der Universität Bern.
TSCHIRCH.
Inhaltsverzeichnis
zur ersten Abteilung.
Allgemeine Pharmakognosie: | Seite | |||
Erste Abteilung, Allgemeines. | ||||
I. | Begriff und Aufgaben der Pharmakognosie | |||
II. | ||||
1. Die Droge | ||||
2. Paralleldrogen und Quid pro quo | ||||
3. Entwicklungsgeschichte des Arzneidrogenschatzes | ||||
III. | ||||
Kultur, Einsammlung und Erntebereitung: | ||||
1. Kultur der Arzneipflanzen | ||||
2. Einsammlung | ||||
3. Erntebereitung | ||||
IV. | Pharmakoëmporia | |||
a) Handelswege in früherer Zeit | ||||
b) Handelswege in unserer Zeit | ||||
2. Die Behandlung der Droge im Einfuhrhafen | ||||
3. Produktions- und Exportziffern | ||||
4. Maße und Gewichte | ||||
4. Handelssprache | ||||
IV. | Pharmakodiakosmie | |||
1. Handelssorten | ||||
2. Verpackungen | ||||
VI. | Pharmakognostische Systeme, Bibliographie der Hand- und Lehrbücher der Pharmakognosie, sowie verwandter Zweige, von POMET an | |||
VII. | Die für die Pharmakognosie in Betracht kommenden Zeitschriften, Jahresberichte, Institutspublikationen, Handels-, Ausstellungs- und Kongreßberichte | |||
1. Zeitschriften | ||||
2. Jahresberichte | ||||
3. Institutspublikationen | ||||
4. Handelsberichte und dergl. | ||||
5. Ausstellungsberichte | ||||
6. Kongreßberichte | ||||
7. Bibliographie | ||||
VIII. | Der Unterricht in der Pharmakognosie | |||
IX. | Angewandte Pharmakognosie | |||
1. Prüfung der Drogen auf Identität und Reinheit | ||||
2. Aufbewahrung der Drogen | ||||
X. | Die Beschreibung der Droge | |||
Erster Teil.
Allgemeine Pharmakognosie.
PFAFF nennt die Pharmakognosie «physiographische Arzneimittellehre» und rechnet sie zur Pharmakologie, GÖBEL «pharmazeutische Warenkunde», FRISTEDT «organische Pharmakologie», FLÜCKIGER und HANBURY «Pharmacographia», die Engländer «materia medica», die Franzosen «matière médicale». Auch der Ausdruck «Drogenkunde», «Histoire des drogues», ist gebräuchlich. Der von HUMPHREY (1902) vorgeschlagene Ausdruck Pharmacopaedia (παιδεία = Wissenschaft) hat sich noch nicht eingebürgert, obwohl gerade in ihm der wissenschaftliche Charakter der reinen Pharmakognosie gut zum Ausdruck kommt. Ich hätte ihn gern als Titel benutzt, wollte aber nicht den eingebürgerten Ausdruck Pharmakognosie unterdrücken.
Die Pharmakognosie ist, wie alle pharmazeutischen Wissenschaften, aus der Medizin, speziell der Arzneimittellehre (Pharmakologie), hervorgegangen und wurde erst seit dem ersten Drittel des XIX. Jahrh. von dieser ganz abgetrennt.
Eigentlich hat schon DODART in seinen «Mémoires pour servir à l’histoire des plantes» (Pariser Akademie 1676) die Aufgaben der Pharmakognosie vorausschauend ganz richtig erkannt, wenn er auch der von ihm in ihren Zielen klar vorgezeichneten Wissenschaft nicht diesen Namen, ja überhaupt keinen Namen gab. Er fordert folgendes: 1. Beschreibung der Pflanze, 2. Abbildung derselben, 3. Kulturregeln, 4. Festsetzung der Heilkräfte, 5. Feststellung der chemischen Natur. Das ist ungefähr auch der Umfang der heutigen Pharmakognosie mit Einschluß eines Teiles der Pharmakologie, die wir jetzt abtrennen.