Ein Schrei ertönte einstimmig aus dem Munde aller Umstehenden bei diesem Anblicke.
Emma und Clementia kreischten vor Entsetzen und vor Freude.
Aber die Kinder konnten nicht herunter. Das braune Mädchen hätte es gekonnt; allein den Knaben konnte es nicht auf das Weingeländer bringen. Wie ein Nachtbild, das ein Künstler gemalt und mit der äußern Glut beleuchtet hat, standen sie in dem schwarzen Rahmen des Fensters.
»Leintücher, Leintücher, bindet Leintücher zusammen«, riefen mehrere Stimmen hinauf.
»Da ist eine Leiter,« hörte man rufen, »die Leiter wird reichen, sie wird halten, für Kinder hält sie schon.«
In dem Augenblicke drängten sich der Altknecht und der Pferdeknecht durch die hier zusammengepreßten Menschen und trugen eine Leiter herbei. Sie war von den Wägen, die aus Gottes Vorsicht und mit dem Willen der Frau gerettet worden waren, genommen und aus zwei Leitern eines Erntewagens zusammengebunden worden.
Sie wurde angelehnt und reichte.
Das braune Mädchen stieg zuerst aus dem Fenster. Es faßte festen Fuß auf den Sprossen und half dann dem Knaben auch aus dem Fenster heraus. Die beiden Kinder kletterten nun schnell und geschickt über die Leiter herab.
Als sie auf dem Grase waren, kniete das braune Mädchen vor dem Knaben nieder, setzte sich auf seine eigenen Fersen und sah den Knaben mit den schwarzen Augen an.
Man hätte in der dunkeln Nacht und bei dem Scheine des Feuers sehen können, wie diese Augen freudesprühend waren, daß er gerettet sei.