»Sie werden mir gefälligst auf die Spitze des dicken Turmes folgen,« sagte der Fremde, indem er auf den Verwalter zeigte.

Er hatte hierbei den einen Arm erhoben, den Mantel gelüftet, und man sah, daß er in der Hand des andern Armes eine doppelläufige Pistole hatte.

»Wer kann das fordern, ich bin hier der Gebieter,« rief der Schloßherr.

»So, Sie sind der Gebieter?« sagte der fremde Mann, »Sie gehen auch mit hinauf.«

Hiebei griff er mit der freien Hand auf die Pistole und spannte beide Hähne, daß man sie knacken hörte.

»Sie werden eine Laterne auf die Treppe mitnehmen und vor mir gehen,« fuhr er fort, »es wird keinem ein Haar gekrümmt, solange alles ruhig ausgeführt wird. Wenn ich aber Verrat merke, muß ich von den Waffen Gebrauch machen, es geschehe dann, was wolle. Bleibt hier ruhig sitzen, ihr andern, bis sie wieder zurückkehren.«

Er war mit dem Rücken gegen den Türpfosten stehengeblieben, hatte die Pistole in der Hand und sah alle an.

»Es ist nichts, seid nur ruhig, und Ihr folgt uns,« sagte der Verwalter, indem er den Schloßherrn bei der Hand nahm, »und ihr verlaßt keines das Gemach, bis wir wiederkommen.«

Er langte bei diesen Worten mit der Hand nach der Laterne, die neben dem Weihbrunnenkessel hing, machte sie auf, zündete das Stümpfchen Kerze in derselben an, schloß sie wieder gut zu, schritt in die Stube vor und sagte: »Wenn es gefällig ist.«

Der fremde Mann ließ, indem er sich seitwärts stellte, den Verwalter und den Schloßherrn bei der Tür hinaus und folgte ihnen dann, mit dem Körper seitwärts gewendet, daß er die in der Stube und die Vorangehenden zugleich überblicken konnte.