»Er ist ja kein Franzose,« antwortete Lulu, »er spricht so schön deutsch.«
»Um so schlechter, um so tausendmal schlechter ist er,« sagte der Schloßherr, »als ein Deutscher sollte er lieber in die fernsten Gegenden ziehen und betteln, ehe er mit dem Erzfeinde sich verbindet, ja er sollte lieber den Tod leiden. So aber nimmt er von unserm Turme die Stellung der Verbündeten auf, verrät sie, und wir werden es morgen früh schon sehen, wenn sie ihn nicht niedergeschossen oder erwischt haben.«
»Er rennt mit seinem Pferde an ein Haus an und zerschmettert sich und das Tier,« sagte eine Magd.
»Der rennt nicht an,« erwiderte ein Knecht, »er sieht sich die Sache gut zusammen und versteht sein Ding.«
»Er ist doch ein Mann, wenn er auch ein Feind ist«, sagte Lulu.
»Warum hast du ihn denn nicht umgebracht, da er einen weißen Mantel hat?« fragte Alfred den Schloßherrn.
Dieser schaute den Fragenden an und antwortete nicht.
»Kinder, Leute, wir werden hier bald ein anderes Schauspiel haben,« sagte der Verwalter, »dieser kühne Mann mag nun umgekommen sein oder nicht, er ist ein Feind, wie sich aus seinem Tun gezeigt hat, er ist aus unserm Schlosse in unsere Verbündeten gesprengt, bald werden sie da sein und werden Rechenschaft fordern. Sehe jeder, daß er sich genau merke, wie die Sache, bei der er war, hergegangen ist, damit er die Wahrheit bekennen könne, daß sich keine Widersprüche finden, die uns arge Dinge bereiten könnten. Die Soldaten im Dorfe draußen sind auf dem Rückzuge begriffen und sind erbittert. Laßt uns das Tor wieder schließen, aber bei dem ersten Stoße an dasselbe es gern und schnell öffnen. Bis dahin gehen wir wieder in die Gartenhalle.«
Die Knechte schlossen das Tor, taten den Eichenbalken vor, gaben dem Verwalter den Schlüssel, und man ging mit der Laterne wieder in die Halle.
Man war noch nicht lange dort, als sich Schläge an das Tor vernehmen ließen.