»Wo Natalie wohnt?« fragte sie.
»Wo Natalie wohnt, wo die edle Mathilde verweilt, wo so treffliche Menschen ein und aus gehen, wohin meine Gedanken sich mit Empfindung wenden, wo sanfte Gegenstände der Kunst thronen und wo ein liebes Land um all die Mauern herum liegt«, antwortete ich.
»Das ist der Sternenhof!« sagte Klotilde, blickte wieder in das
Fernrohr und sah lange durch dasselbe.
»Ich habe dich mit Freude auf diesen Hügel geführt, Klotilde«, sagte ich, »um dir diesen Ort zu zeigen, in dem mein warmes Herz schlägt und ein tiefer Teil von meinem Wesen wohnt.«
»Ach lieber, teurer Bruder«, antwortete sie, »wie oft gehen meine Gedanken an den Ort und wie oft weilt mein Gemüt in seinen mir noch unbekannten Mauern!«
»Du begreifst aber«, sagte ich, »daß wir jetzt nicht hingehen können und daß die Angelegenheit ihre naturgemäße Entwickelung haben muß.«
»Ich begreife es«, antwortete sie.
»Du wirst sie sehen, an deinem Herzen halten und sie lieben«, sagte ich.
Klotilde sah wieder in das Rohr, sie sah sehr lange in dasselbe und betrachtete alles genau. Ich lenkte ihren Blick auf die Teile, die mir wichtig schienen, erklärte ihr alles und erzählte von dem Schlosse und von denen, die in demselben sind.
Es war indessen der Mittag gekommen, wir lösten das Fernrohr ab und gingen langsam unserer Wohnung zu.