Das Gewitter an dem Himmel war mir aber endlich besonders merkwürdig geworden.
Ich hatte den Ausbruch desselben, als ich den Hügel zu dem weißen Hause empor stieg, um eine Unterkunft zu suchen, in kurzer Zeit erwartet; und nun waren Stunden vergangen und es war noch immer nicht ausgebrochen. Über den ganzen Himmel stand es unbeweglich. Die Wolkendecke war an manchen Stellen fast finster geworden und Blitze zuckten aus diesen Stellen bald höher, bald tiefer hervor. Der Donner folgte in ruhigem, schwerem Rollen auf diese Blitze; aber in der Wolkendecke zeigte sich kein Zusammensammeln zu einem einzigen Gewitterballen, und es war kein Anschicken zu einem Regen.
Ich sagte endlich zu meinem Nachbar, indem ich auf die Männer zeigte, welche weiter unten in der Niederung, in welcher die Wirtschaftsgebäude lagen, Gras machten: »Diese scheinen auch auf kein Gewitter und auf kein gewöhnliches Nachregnen für den morgigen Tag zu rechnen, weil sie jetzt Gras mähen, das ihnen in der Nacht ein tüchtiger Regen durchnässen oder morgen eine kräftige Sonne zu Heu trocknen kann.«
»Diese wissen gar nichts von dem Wetter«, sagte mein Begleiter, »und sie mähen das Gras nur, weil ich es so angeordnet habe.«
Das waren die einzigen Worte, die er über das Wetter gesprochen hatte.
Ich veranlaßte ihn auch nicht zu mehreren.
Wir gingen von diesem Feldersitze, auf dem wir nun schon eine Weile gesessen waren, nicht mehr weiter von dem Hause weg, sondern, nachdem wir uns erhoben hatten, schlug mein Begleiter wieder den Rückweg ein.
Wir gingen auf demselben Wege zurück, auf dem wir gekommen waren.
Die Donner erschallten nun sogar lauter und verkündeten sich bald an dieser Stelle des Himmels, bald an jener.
Als wir wieder in den Garten eingetreten waren, als mein Begleiter das
Pförtchen hinter sich geschlossen hatte, und als wir von dem großen
Kirschbaume bereits abwärts gingen, sagte er zu mir: »Erlaubt, daß ich
nach dem Knaben rufe und ihm etwas befehle.«
Ich stimmte sogleich zu, und er rief gegen eine Stelle des Gebüsches:
»Gustav!«