VI.

Victor Heil, der Fremdling.

(Vom Lande Würtemberg.)

Ein Jüngling, wie ein Göttersohn
Aus weiland gold'nen Tagen,
In dessen Auge seinen Thron
Gott Amor aufgeschlagen;

Der Kraft und Schönheit Conterfei,
Geschaffen, um zu siegen;
Wie Tanne schlank, wie Ceder frei,
Im Sturme sich zu wiegen:

Ein solcher Jüngling, hehr und mild,
Und frei von allem Fehle:
War Victor Heil, das Musterbild,
Von dem ich nun erzähle.


In Würtemberg, dem Schlosse nah',
Von dessen Blumenhügel
Der Ruhm von Stauffen niedersah,
Und schwang die Weltenflügel:

Da war dem jungen Heil die Zeit
Der Kindheit hingeschwunden;
Da grub in seine Seligkeit
Sein Loos — auch Todes-Wunden!