Amor lieh sein Flügelpaar den Beiden,
Wann der Sonnengott zu Bette ging;
Ihm von Segewold und Ihr von Treiden,
Bis die Grotte dann ihr Glück umfing.
Greifen's Tochter war der Braut Geleite;
Kind, das kaum den neunten Frühling sah:
Blieb sie gern den Lieben an der Seite;
Winkes harrend, ihrem Wunsche nah',
Aus der Ferne schon die Maid zu schauen,
War der Jüngling bald bei Nacht bemüht:
Noch ein zweites Höhlenwerk zu bauen,
Das der Fremdling noch zur Stunde sieht.
Droben, dem Naturgebäu zur Linken,
Das sich unten wölbt, in Thalesgrund:
Seh'n wir heute Victors Höhle winken,
Denn sein Name schmückt ihr Felsenrund.
Fleiss der Liebe, Fleiss der Hände schufen:
Was gen Segewold den Blick gewährt;
Doch so manche, sonst bequeme Stufen
Haben Zeiten und ihr Sohn zerstört!
Welche Freude kam auf ihre Seele:
Da die Holde nun dem Ziele nah',
Droben aus dem Bauwerk seiner Höhle,
Den Geliebten in der Ferne sah!
Und so weilte sie, bei Tagesneige,
Mit der Schwester, an der Grotte Rand':
Bis sie, schauend durch das Grün der Zweige,
Ihren Freund auf seinem Wege fand.