Es kommen Söhne ferner Zeiten,
An die noch keine Zeit gedacht:
Die werden Dir ein Fest bereiten,
Zum Jahrtag Deiner Todesnacht. —

Die Hand der Liebe sä't in Grüfte
Den Keim zu manchem Wunderbaum;
Die Krone spielt im Reich' der Lüfte,
Die Wurzel fand im Grabe Raum':

Da grünt ein Stamm aus Deinem Staube;
Aus Thränen wird ein Wasserfall;
Und in der Linde Mai-Gelaube
Besingt Dein Lob die Nachtigall.


Der Vollmond hebt die Augenlieder;
Ein Pilger eilt dem Hügel zu;
Und neigt sich auf Dein Grabmal nieder,
Zu schlafen süssen Schlaf, wie Du!


O Du, verklärt, in lichten Sphären:
Gieb Segen meinem Pilgerlauf!
Und nimm hinab, des Dankes Zähren,
Und meinen Kuss, zu Dir hinauf!

Mein Glaube wohnt auf Deinem Hügel,
Die Hoffnung reicht den Wanderstab;
Bis mich zu Dir der Liebe Flügel,
Emporhebt, über Zeit und Grab.

Dein Rosatuch — sei mir Geleite,
Wohin auch mein Verhängniss ruft!
Es folge mir im Erdenstreite,
Und dann zum Frieden, meiner Gruft!

Du aber, Staub der Gräber-Auen:
Lass hier bei Mond- und Sonnenschein.
Das Leben sich am Tod erbauen,
Dann wird kein Tod im Leben sein!«