Er zuckte gleichgültig die Achseln und trat ans Fenster.

Zitternd erhob sie sich und ging ihm nach. Sie griff mit beiden Händen in die Fenstervorhänge, um sich zu halten. Die Sonne schien ihr ins Gesicht. Er sah, daß ihre Haut stellenweise welk war. Ihre Augen waren glasig und starr, plötzlich bildete er sich ein, ihre Vorderzähne wären falsch. Das war eine abscheuliche Ernüchterung, wenn er sie etwa bewundert hätte, aber das hatte er ja doch eigentlich niemals gethan.

»Es gäbe eine Auskunft, eine einzige Rettung,« flüsterte sie, nahe, ganz nahe an seinem Ohr.

Er antwortete nicht.

»Fliehen Sie mit mir, Wilhelm.«

»Als was – als Ihr Arzt?«

Da glitt sie an ihm nieder und umfaßte seine Kniee. »Nehmen Sie meine Liebe, aber geben Sie mir Morphium.«

Sie bot sich ihm an – sie war dahin gekommen, sich zu verkaufen.

Er machte sich los. »Das würde ehrlos von mir sein. Ich kaufe keine Liebe, gnädige Frau.«

»Sie brauchen auch meine Liebe nicht zu kaufen, seit Sie mir Erbarmen gezeigt haben, liebe ich Sie.«