Nachdem sie sich dem Schiffe bis auf einen Pistolenschuß genähert hatten, hielten sie stille, betrachteten und bestaunten uns und besprachen sich untereinander. Mittlerweile zeigten wir ihnen allerlei Spielsachen und luden sie ein, an Bord zu kommen. Es währte nicht lange, so vereinigten sie sich und hielten eine Art Versammlung, um unter sich eins zu werden, was zu tun sei; endlich ruderten sie um unser Schiff herum und machten uns Freundschaftskundgebungen. Einer von ihnen hielt den Zweig einer Banane empor und beehrte uns mit einer Anrede, die ungefähr eine viertel Stunde dauerte, und bei deren Schluß er den Zweig ins Meer warf. Wir fuhren noch immer fort, sie einzuladen, zu uns an Bord zu kommen.
Endlich ließ sich ein ansehnlicher, starker, munterer junger Mann dazu bewegen. Er kam an der Besanleiter am Hinterdeck herauf und sprang von der hohen Bordwand auf das über dem Verdeck ausgespannte Segeltuch herab. Wir winkten ihm, daß er auf das Verdeck herabkommen möchte, und reichten ihm einige Kleinigkeiten hinauf. Er sah vergnügt aus, wollte aber nichts annehmen, bis einige von seinen Landsleuten, die sich ganz nahe an das Schiff gewagt hatten, nach dem Herleiern vieler Worte etliche Bananenzweige uns an Bord zuwarfen. Als er dies sah, nahm er unsere Geschenke an, und gleich nachher kamen einige andere dieser Eingeborenen, der eine von hier, der andere von dort her ins Schiff; denn keiner von ihnen wußte den rechten Zugang.
Einer von den Insulanern, die eben an Bord gekommen waren, stand auf der linken Seite des Verdecks nahe am Gange, als es einer von unsern Ziegen plötzlich einfiel, ihn von hinten mit ihren Hörnern gegen die Hüften zu stoßen. Er erschrak über diesen Stoß, wandte sich eilfertig um und sah die Ziege auf ihren Hinterfüßen aufgerichtet und in Bereitschaft stehen, ihm noch eins zu versetzen. Der Anblick dieses Tieres, das von allen, die er je gesehen, ganz verschieden sein mochte, jagte ihm einen solchen Schreck ein, daß er augenblicklich über Bord sprang, und alle seine Landsleute, die diesen Vorgang mitangesehen hatten, folgten ihm mit größter Eile nach. Doch währte es nicht lange, so erholten sie sich wieder von ihrer Bestürzung und kehrten an Bord zurück.
Einer der Eingeborenen hielt den Zweig einer Banane empor.
Nachdem ich sie ein wenig an den Anblick unsrer Ziegen und Schafe gewöhnt hatte, zeigte ich ihnen unsre Schweine und unser Federvieh. Sie deuteten mir durch Zeichen an, daß sie solche Tiere wie diese selbst hätten. Ich teilte hierauf Nägel und Kleinigkeiten unter sie aus und gab ihnen durch Zeichen zu verstehen, sie möchten gehen und uns einige von ihren Schweinen samt etwas Federvieh und Früchten an Bord bringen; es schien aber, als ob sie meine Aufforderung nicht verstehen könnten. Sie lauerten dagegen fleißig auf jede Gelegenheit, irgend etwas zu stehlen, was ihnen eben in die Hand kam. Wir ertappten sie aber gewöhnlich über der Tat. Endlich kam einer von den Schiffsunteroffizieren, der von ungefähr einen neubetreßten Hut auf dem Kopfe hatte, an die Stelle, wo sie standen, und fing an, sich mit einem von ihnen durch Zeichen zu verständigen. Während er sich also unterhielt, kam ein Eingeborener, riß ihm von hinten her plötzlich den Hut vom Kopfe, sprang damit über das Heckbord in die See und schwamm davon.
Weil wir nun an der Stelle, wo wir eben lagen, keinen rechten Ankergrund hatten, steuerten wir längs der Küste hin und schickten zu gleicher Zeit die Boote aus, näher an die Küste heranzufühlen. Die Insulaner versuchten es, in ihren Kanus dem Schiffe zu folgen; da sie aber keine Segel aufzuspannen hatten, blieben sie weit zurück und ruderten daher bald wieder nach der Küste zu.
Das Land bietet den anmutigsten und romantischsten Anblick, der sich erdenken läßt. Gegen die See hin ist es flach und mit Fruchtbäumen von allerlei Arten, insbesondere mit Kokospalmen bewachsen; dazwischen liegen die Häuser der Eingeborenen, die bloß aus einem Dache auf Pfählen bestehen und von weitem einer langen Scheune nicht unähnlich sind. Innerhalb des Eilandes und ungefähr drei Kilometer weit von der See hört das flache Land auf und grenzt an hohe Berge, die mit Gehölz bewachsen sind, und von deren obersten, sehr steilen Gipfeln große Wasserfälle sich mit lautem Getöse ins Meer herabstürzen. Hier sahen wir keine Sandbänke, dagegen war die Insel mit einer Reihe von Felsen umgeben, zwischen denen jedoch oft die Einfahrt möglich ist.
Der Anblick dieses Tieres jagte ihnen Schrecken ein.