»I — wo — aber nu declamire ooch e mal — — —«
Aber Wichsekrah kannte seine Verehrer, hier war außer der Cigarre sicher nichts Baares zu holen, eine Cigarre aber war nischt und »vor Nischt is Nischt«. Er steckte deshalb auch die Giftnudel, als was er sie sofort erkannte, ruhig ein, sagte:
»Danke — de Wichs is gut!« und trollte weiter, den etwas verblüfften Cigarrenspender mit Gelassenheit dem spöttischen Gelächter seiner Genossen preisgebend.
Es ist am Ende der Engroswoche. Die Vorwoche der Messe mit ihren zur Zusammenstellung und Verpackung der massenhaften Verkäufe durchgearbeiteten Nächten ist vorüber, und das Engrosgeschäft neigt sich seinem Ende zu. Die stillen Tage beginnen und vor den Geschäftslocalen stehen die Chefs und Commis in rosiger unternehmender Laune, denn die Messe war gut und der Umsatz ein bedeutender, kein Wunder, daß Scherz und allerlei Ulk getrieben wird, zumal die fremden Verkäufer einander seit vielen Jahren kennen und hier zusammen hausen. Da kommt Wichsekrah mit seinem Kasten auf dem Rücken, einen qualmenden Cigarrenstummel im Mundwinkel, langsam dahergebummelt, und im Nu ist er von dem fidelen Chorus regelrecht gestellt.
»Guten Tag, meine Herren — scheene Wichse, Pommade, Streichhelzer — de Wichs is gut!«
»Bravo Wichsekrah! Declamiren! Rede reden! Singen — was macht die Wichse?«
»De Wichs is gut!«
Allgemeines Gelächter und erneute Aufforderungen zur Vorführung seiner Künste.
»De Bolizei — —« versucht Wichsekrah sich scheinbar gegen die Wünsche des Chorus zu stemmen.
»De Wichs is gut!«