„Diercks hat es mit mir ausgemacht. Er will auch selbst Handgeld nehmen, wie sein Bruder!“

„Was wird der Vater sagen?“

„Gar nichts! Und wenn schon –, sobald wir Handgeld genommen haben, nützt es ihm nichts!“

„Aber der Schwager?“

„Der wird schon aufbegehren! Aber das geht uns nichts an! Mit dem werden wir schon fertig!“

„Denkst du, daß man uns nimmt? Bin ich nicht zu jung?“

„Keinesfalls! Auf das Körpermaß kommt es an, und das hast du! Ich weiß außerdem, daß man uns will!“

„Ganz gewiß?“

„Ganz bestimmt! Gestern, als wir uns von den Husaren trennten und nach dem Gasthof galoppierten, da sagte der Hauptmann zu Diercks: ‚Die beiden Jungen hole ich mir noch! Sie reiten ja wie die Deibel!‘ Und er mußte ihm versprechen, uns morgen zu ihm nach Bergen zu bringen! Ich gehe auf alle Fälle hin!“

Gebhard sagte nichts. Er ging anscheinend ruhig zu Bett. Aber er vermochte kein Auge zuzutun. Er war jetzt am Scheideweg, wo es galt, entweder den breiten gesicherten Weg zu wählen, den ihm der Schwager wies, oder den Weg seiner Träume, deren Ziel er noch nicht sah, auf den es ihn aber mit aller Macht hintrieb. Lange lag er da und sann. Plötzlich setzte er sich im Bett auf. „Was ist aus dem Adler geworden?“ fragte er.