Was Knesebeck beim Kriegsrat in Quedlinburg mit der ganzen Armee tun wollte und nicht durfte, das unternahm jetzt Scharnhorst mit dem Blücherschen Korps.

Statt also nach der Oder durchzubrechen, wollte er lieber umkehren, auf die Elbe zurückgehen, Magdeburg gewinnen oder Hamburg, wenn’s nicht anders ging. – Die Hauptsache dabei war, die Franzosen von der Oder abzuziehen, damit der König Zeit bekäme, sein Heer zu sammeln und die Festungen zu verproviantieren.

Während der Beratung hatte sich aber die Kunde von der Kapitulation unter den Regimentern verbreitet. Und da es überall einige unsichere Kantonisten gibt, so gab’s auch hier verschiedentlich Aufregung, und Rufe wurden laut, es sei am besten, wenn hier gleichfalls kapituliert würde, damit die ewige Hetze endlich einmal ein Ende nähme!

Als aber die Leute das muntere, hoffnungsvolle Gesicht Blüchers sahen, wie er mit Scharnhorst herauskam, und schmunzelnd versicherte: er wolle ihnen bald wieder Gelegenheit zu manch gutem Husarenstücklein geben, da faßten sie sich wieder ein Herz.

„Wo ich etwas zu sagen habe, da soll kein preußischer Soldat Schande haben! Das glauben Sie mich!“

So schloß er seine Ansprache.

Die kleine Neigung zur Meuterei war sofort verflogen. Man zog in westlicher Richtung ab, vereinigte sich bald mit dem jetzt von Winning befehligten Korps des Herzogs von Weimar und hatte die Genugtuung, die drei französischen Korps Lannes, Bernadotte und Soult von der Oder ab und auf sich zu ziehen. Aber auch die Mühseligkeit, von ihnen scharf verfolgt zu werden.

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Massige Kirchen mit erzgrünen Dächern –

ragende Türme mit Zinnen und Zacken –