Gebhard schlug ein, und so kam er endlich auf den rechten Pfad im Leben.

Als er nach kurzer Verhandlung seinen Abschied aus dem schwedischen Dienst hatte – als die Bestätigung des Alten Fritz als Kornett bei den Bellingschen Husaren eingegangen war, und er, in seinem Quartier, vor dem Spiegel stand, da trat ihm da ein baumlanger, spindeldürrer, bartloser Husar entgegen, den er sich erst genau besehen mußte, um mit ihm auf vertrauten Fuß zu kommen. Ein schwarzer Pelz mit grünen Aufschlägen, gelbe Schnüre über der Brust, auf dem Kopf den Tschako mit dem Totenschädel – das war ein ganz anderer Kerl als der blaugelbe, den er soeben ausgezogen hatte.

„Allezeit bereit, soll das heißen! Das merke dir!“ nickte er seinem Gegenüber zu und tippte leicht auf den Totenschädel! „Hast alles, was du brauchst: die nötige Länge, den forschen Blick! Fehlt nichts, als daß dir der Himmel einen Schnurrbart ins Gesicht pflanzt!“

Sein Spiegelbild machte ein Gesicht, als wollte es sagen: „Was soll ich mit der Pflanzung?“

„Du nichts! Aber die holden Mägdelein, denen sie auf die Lippen fällt! Die werden es schon wissen!“

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3
Der alte Adler

Den dreieckigen Hut mit der zerrissenen Tresse verkehrt auf dem Kopf, den blauen, verschlissenen Waffenrock mit den roten Aufschlägen halboffen um den hageren Leib, Schnupftabak über der gelben Weste, Puder auf der Schulter, die schwarzen Samthosen in den hohen Stiefeln verschwindend, die Rechte schwer auf dem Krückstock ruhend, den schweren Kopf mit den vorquellenden Augen vorgestreckt, so stand der Große König, einem alten Raubvogel mit zerzaustem Gefieder nicht unähnlich, im Kreise seiner vierbeinigen Lieblinge und hielt Musterung.

Durch die offene Tür zum Arbeitszimmer sah er seine Kabinettsräte mit ihren Schreibtafeln warten, um die Fortsetzung seines Diktats aufzunehmen.

Der Kammerdiener meldete den General von Lölhöffel, Inspekteur der Kavallerie, der zur Audienz befohlen war.