Die Kabinettsräte gaben acht, und der König diktierte weiter.
„Den Beuchower Gemeindeältesten wird auf ihre Eingabe beschieden, der Invalide Faber bleibet im Amte! Für die Volksschule dorten ist er gut genug! Es genüget uns vollauf, wenn auf dem platten Lande die Kinder Lesen und Schreiben lernen! Wissen sie zuviel, so laufen sie in die Städte und wollen Sekretärs werden und so etwas. Das ist nichts! Der Invalide Faber bleibet ihnen! Die sollten sich was schämen, Leute, die fürs Vaterland alles geopfert, nicht versorgt wissen zu wollen! Wo er sich überdies nützlich macht, den [pg 31]Leuten das Vieh hütet und auch den Nachtwächterdienst versieht, so haben die Beuchower alles mögliche Gute von ihm und haben nichts mehr zu wollen! – – Der Alkmene läßt du den Knochen! Ich komme dir sonst!“
Wieder drohte er einem der Lieblinge mit seinem Krückstock und wandte sich dann zur Tür.
„Macht also die Briefe zur Unterschrift fertig!“ verabschiedete er die Kabinettsräte, die sich verneigten und gingen. „Laß Er jetzt hören, Lölhöffel! Was bringt Er mir heute?“
Der General von Lölhöffel trat näher an die Tür heran und blickte in das Schlafzimmer hinein.
„Melde gehorsamst, Majestät! Zunächst hätte ich das Abschiedsgesuch des Rittmeisters von Blücher von den Bellinghusaren Allerhöchstdero Entscheidung zu unterbreiten!“
„Der Rittmeister bleibet in Dienst!“
„Der Rittmeister besteht aber inständigst auf seine Entlassung!“
Der König blickte den General scharf an.
„Ist der Kerl noch nicht mürbe? Wie lange sitzet er schon?“