„Ach so! Dazu stellen Panje Rittmeister die Suppenteller in den Ofen?“

„Ja! Ging dir jetzt ein Licht auf? Damit das Geld doppelt und dreifach wieder hereinfliegt – dazu schmeißen wir’s zum Fenster hinaus! Denn unterwegs jungt es – verstehst du wohl? Und den Teller stellen wir in den Ofen, damit es nicht in die Asche fällt! Und nun sage mir, mein Täubchen, wo du den Teller mit dem Gelde hingetan hast.“

„Oben ins Schlafzimmer, auf der gnädigen Frau ihr Bett! Nachher, wenn Panje Rittmeister schlafen geht, wird er sich freuen, noch so viel Geld im Hause zu haben!“

„Sofort holst du es wieder herunter!“

„Die gnädige Frau Rittmeister schlafen doch! Sie schliefen schon, als ich das Geld hintat!“

„Hol es rasch her! Und daß du sie mir nicht dabei weckst!“

„Lassen wir das Geld ruhig auf der gnädigen Frau ihrem Bett! Am Ende jungt’s da noch besser!“

„Nee!“ lachte Blücher, „da jungt ganz was anderes!“

„Die heilige Jungfer bewahre!“ rief die Alte erschreckt. „Es ist längst mehr als genug! Die kleine und zarte Person, und schon sechs Kinder! Sechs habe ich schon auf meinen Armen getragen! Panje Rittmeister, nichts für ungut! Die Liebe ist eine schöne Sache! Aber, was zuviel ist, ist zuviel! Und so viel Liebe hetzt den Menschen ins frühe Grab! Sechs Kinder, bedenket doch, Panje, was das für eine Frau heißt! Und dreie deckt schon der grüne Rasen! Da liegen die kleinen Engelchen und rufen nach der Mutter! Und die Mutter will zu ihnen und wird mit jedem Tag immer blasser!“

„Red’ nicht!“ sagte Blücher kurz und drehte seinen Schnurrbart. Es kam etwas Feuchtes in seine Augen.