„So!“ sagte er. „Nun ist’s genug. Jetzt habe ich die Summe des Alten Fritzen wohl genügend abgerundet! Ich hatte also Glück mit dem Gelde! Das Glück in der Liebe brachte mir auch Glück im Spiel! Das hat wohl denn auch gute Vorbedeutung für mein Gnadengesuch an den König.“

„Du hast wieder –“

„Ich habe dem König für das mir geliehene Geld gedankt und die Gelegenheit benutzt, um Wiedereinstellung als Major zu bitten, und zwar mit Anciennität vom Tage meines Abschieds ab! Einmal hat er’s mir abgeschlagen. Das war vor vier Jahren! Jetzt wird er wohl ein Einsehen haben!“

„Alle Wetter!“ sagte der Postmeister. „Gut, daß du von der Sache sprichst. Vorhin kam eben ein amtliches Schreiben an den Herrn Deputierten des Pommerschen Landschaftsrates von Blücher an. Vom Königlichen Kabinett, scheint’s mir! Ich nahm das Ding mit. Ihr machtet aber gleich einen Lärm, daß ich nicht zu Worte kommen konnte, und dann hab ich’s verschwitzt, als es mit dem Spiel losging! Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Da nimm!“

Er reichte Blücher einen Brief mit dem königlichen Siegel.

Blücher nahm ihn, machte ihn schnell auf, flog den Inhalt durch, wurde plötzlich ernst und nahm sein Glas.

„Auf das Wohl Seiner Königlichen Majestät!“ sagte er kurz. „Er soll leben! Und wir auch – wofern wir nicht für ihn sterben dürfen!“

„Abgelehnt?“ fragte der Postmeister zögernd.

„Abgelehnt!“ sagte Blücher kurz. „Abgelehnt zum zweiten Male! Das bedeutet weiter nichts, als daß ich nochmals bei Seiner Majestät mit meinem Gnadengesuch vorstellig werde, und dann nochmals und dann nochmals, bis ich damit durchdringe und er mich wieder einstellt. Ich lasse nicht locker! Ist er eigensinnig – bin ich es noch zehnmal mehr! [pg 43]Jetzt kommt aber; es wird schwül hier drinnen! Draußen im Garten atmet sich’s leichter! Ich lasse eine Bowle ansetzen, die euch munden wird wie den Kindern Israels das Manna in der Wüste!“

Er setzte den Hut auf, faßte den Postmeister unter den Arm und ging hinaus, von den beiden anderen gefolgt.