Friedrich lachte laut auf, ging einmal auf und ab, setzte sich dann ins Sofa und blickte den Lord ironisch an.

»Ach, sieh nur, auch in der Angelegenheit will England mitreden?!«

»England nicht! Nur meine Wenigkeit! Ich wollte mir alleruntertänigst erlauben, in betreff jener Dame um eine Gnade zu bitten!«

»Sie wissen, Mylord, daß wir Ihnen persönlich gewogen sind, und daß Sie sich jederzeit eine Gnade von uns erbitten können! Was jene Tänzerin betrifft, so möchten wir Sie aber ersuchen, keine Fürbitte zu tun! Sie erleidet ihre gerechte Strafe! Sie hat gewagt, uns zu trotzen! Wir haben sie also als eine Gefangene hierher transportieren lassen, damit sie sieht, daß man dem König von Preußen nicht ungestraft auf der Nase herumzutanzen sucht! Sie ist jetzt hier. Das ist alles, was wir wollen! Wir haben unseren Willen durchgesetzt und werden sie jetzt laufen lassen!«

»Wollen Eure Majestät sie nicht tanzen sehen?«

»Tänzerinnen haben wir genug! Wir sind nicht neugierig!«

»Sie soll aber eine hervorragende Künstlerin sein — und sehr schön!«

»Die Person interessiert uns nicht im geringsten!«

»Eure Majestät haben sie eben nicht tanzen sehen!«

»Wir werden ihr auch nicht die Ehre antun! Wir sagten Ihnen, warum wir sie haben herbringen lassen, und auch, daß sie uns gleichgültig ist! Sie glauben doch nicht, wir hätten es nötig, die ganze europäische Diplomatie — wegen einer Tänzerin in Bewegung zu setzen? Um das Ansehen des Königs von Preußen war es uns zu tun — um weiter nichts! Die Krämers an der Adria hatten es gewagt, uns zu verhöhnen, als wir in einer gerechten Sache an ihre Justiz appellierten! Sie hatten uns die Sottise an den Kopf geworfen, unser Vertreter, Graf Cattaneo, hätte kein Recht, in unserem Namen zu sprechen, obwohl wir ihn schickten — weil er schon sein Abberufungsschreiben überreicht hatte, als jene Tänzerin frech wurde. Sie haben uns zu Gegenmaßregeln gezwungen! Mein Botschafter in Wien hat es sich viel Geld und Mühe kosten lassen und auch den Sukkurs der Königin von Ungarn erbitten müssen! Und das alles wäre nur wegen einer Tänzerin geschehen? Glauben Sie das wirklich?«