»Ja, Oswald«, sprach der Onkel beklommen und stotternd weiter. »Ich – ich wollte euch – weil gerade Weihnachten war ... über – überraschen ...«

»Ueberraschen! Und draußen könnten jetzt Hunderte von Menschen liegen, Tote, Zerschmetterte, Verletzte, Schreiende – Wahnsinnige! Und hier herinnen – Mensch! wenn du wüßtest, wie grausam du mich gemartert hast! Ich könnte dich ...!«

Er sank aufstöhnend auf das Ruhebett zurück, preßte beide Hände an die Stirn und rief unter ergreifendem Lachen:

»Ueberraschen wollte er mich! Erst schlägst du mir alle Hoffnungen tot, bringst mich moralisch um und dann ...!«

»Oswald! O, ich ahne, was hätte geschehen können! Jetzt begreife ich erst Püreggers sonderbares Wesen und seine Verstörtheit – o, mein armer armer Oswald!«

Frida, sein erbleichtes Weib, hatte die Arme fest um ihn geschlungen und weinte, weinte unbezwinglich und mit solcher Heftigkeit, daß ihr zarter Körper wie im Froste bebte.

Er zog sie eng an sich, und sagte tief bewegt:

»Laß es nun gehn, Frida! Es ist ja alles wieder gut!«

Der Onkel ging erregt auf und ab. Er hatte bei seiner Ankunft flüchtig gehört, daß es beinahe ein großes Eisenbahnunglück gegeben hätte – nun ahnte er den Zusammenhang und war erschüttert.

Rasch trat er auf den Neffen zu, streckte ihm beide Hände entgegen und brachte nur mühsam die Worte hervor: