»Aber Frau Müller! Was tun S' denn?«
»Jessas Maria! Wer is eppa denn?«
»Ich bins! Wissn S', der Fritzburg, der kleine Fritzerl aus der Maximilianstraße.«
»Was? Der klane Fritzl? Den i auf'n Händn tragn hab, und der allweil in Lutschl nöt mögn hat und allweil »Mima« statt »Mama« gsagt hat? Na wia-r-i halt sag!«
»Ja, der!«
»No, is aber dös liab von Ihna! Da muß i Ihna ja glei noh a Bußl gebn!«
»Halt! Sie zerbrechen mir ja alles! Da schaun S' her!«
Nun ging ein Fragen los, ein Bewundern und Verwundern, ein Lachen und Freudengeplapper, ein Gerührtsein und verzücktes Schluchzen. Das besorgte alles Frau Müller – der gute Doktor brauchte bloß zu staunen, rang nach Atem und wünschte in Gottes Namen lieber bei der etwas weniger lebhaften Tante Hildegard zu sein oder wenigstens bei der »Pfeife«. Wie da loskommen?! Und wenn die andern auch so, so – »lebhaft« wären! Du lieber Gott!
Um den Sturzbach ihrer Rede wenigstens abzulenken, fragte er nach den »Kindern«.
Da erfuhr er denn zu seinem sprachlosen Erstaunen, daß der »Rudi« nicht etwa ein armer Taglöhner oder Dienstmann, sondern – Professor sei. Der habe ein recht liebes Frauerl, »das kan Stolz net kennt.« Der »Pepi« aber – der Medizin-Doktor war, habe eine, die so »gar net zu uns paßt«. »Liawi Kinderln« aber hätten sie beide. Nur seien jene des Professors »so viel brav«, während die vom »Pepi« »grad tun, als warns die reinen Grafn«. Der käme auch seltener zu ihnen, der »Pepi«. Er tät schon mögn – aber ... »Ja, mein Gott, a Doktor braucht a reichi Frau! No, wia-r-i halt sag!«