»Ja, das kannst du hergeben.« Wie der Wind war Hermann verschwunden.

Der Apotheker und seine Frau sahen sich an.

»Er ist so liebenswürdig in seinem Eifer,« sagte die Frau, »er tut mir zu leid.«

»Ja, ein prächtiger Mensch, und wie klug, daß er gleich an die Kundschaft denkt; aber fort muß er doch, er ist keine Hilfe für mich, im Gegenteil!«

»Ich gehe hinaus, wenn du es ihm sagst, ich mag gar nicht dabei sein,« sagte Frau Mohr. Kurz darauf kam Hermann wieder, die Suppe wurde aufgetragen, aber kein harmloses Tischgespräch würzte die Mahlzeit.

Hermann allein war unbefangen. »Das werde ich mir merken,« sagte er, »daß ein Stück Glycerinseife das erste war, das ich verkauft habe.«

Bei sich selbst fügte der Apotheker hinzu »und das letzte«.

»Neulich habe ich gelesen,« plauderte Hermann weiter, »daß man das Glycerin zu Dynamit und zu andern Sprengstoffen verwendet. Da wundert man sich ganz, wenn man’s auch zu einem so unschuldigen Stückchen Seife gebraucht. Das Glycerin muß ein feiner Stoff sein, nicht wahr?«

»Ja,« sagte Herr Mohr einsilbig, ihm tat es jetzt nur weh, die Berufsfreudigkeit seines Lehrlings zu sehen, der nach dem Essen aufhören sollte, Lehrling zu sein.

Kaum hatte Hermann den letzten Bissen zu sich genommen, so sprang er auf, wieder in das Geschäft zu gehen.