»Die schlafen noch.«
»Gehen sie denn nicht mit mir?«
Rike konnte wieder nur mit dem Kopfe schütteln.
In diesem Augenblick klingelte es unten an der Haustüre. Rike sah hinunter. »Wahrhaftig, das ist schon der Herr Vormund. Du sollst herunter kommen, es sei höchste Zeit. Schnell deinen Mantel, so, und deinen Hut!«
»Aber ich soll doch mit der Patin?«
»Die wird am Bahnhof auf dich warten.«
Jetzt war Klärchen fertig und Rike wollte mit ihr hinunter.
»Ich muß aber doch Konrad und Heinrich lebwohl sagen.«
»Du hast keine Zeit mehr, mein Herzchen.«
»O nur einen Augenblick,« rief die Kleine und sprang hinüber in das Schlafzimmer, wo die beiden Brüder, die nachts so spät eingeschlafen waren, noch schliefen. »Lebwohl, Konrad, lebwohl, Heinrich, ich muß zur Patin,« rief sie, aber noch ehe die Brüder recht wach waren, tönte die Hausglocke noch einmal so heftig und laut, daß die Kleine erschreckt hinaussprang und schnell mit Rike die Treppe hinunter eilte.