»Klärchen, sage doch Mine, sie möge herein kommen.« Mine kam, Klärchen blieb in der Küche und schloß Freundschaft mit Katharine.

»Es scheint ein ordentliches Mädchen zu sein?« sagte Fräulein Stahlhammer zu Mine. »Ja, ein gutes Zeugnis hat sie bei sich und ein armes Ding ist’s, dem’s immer hart gegangen ist bisher.«

Nun nahm Fräulein Stahlhammer einen Anlauf: »Wie wär es, Mine, wenn ich es mit diesem Mädchen versuchte und Sie mit einem andern Dienst?«

Zu Fräulein Stahlhammers großem Erstaunen war Mine’s sofortige Antwort: »Gerade wollte ich’s auch vorschlagen!«

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Einen Monat später war Mine abgezogen, in der Küche hauste das neue Mädchen. Es war der erste Abend. Bisher war es immer Mine gewesen, die Klärchen begleitet hatte, wenn sie zu Bett ging; heute besorgte das die Patin selbst, sie wollte es nun immer tun. Sie blieb noch ein wenig sitzen am Bett der Kleinen und diese plauderte ganz zutraulich. »Kommst du jetzt alle Tage selbst mit mir?« fragte das Kind. »Ja, wenn ich nicht im Verein bin.«

»Hat unsere Katharina auch einen Verein?«

»Nein, Kind, Mine hat ja auch keinen gehabt.«

»Aber sie ist doch oft abends fortgegangen, wenn du fort warst?«

»Wirklich? Das hast du mir nie gesagt. Hat sie dich dann allein gelassen?«