13. Kapitel
Ein fremdes Element.
Der gute Plan, den die Eltern ausgesonnen hatten, sollte am nächsten Tag auch den Kindern mitgeteilt werden.
"Marianne wird keine Freude daran haben," meinte Frau Pfäffling.
"Nein," entgegnete Herr Pfäffling, "aber man muß ihnen die Sache nur gleich im rechten Licht darstellen." Er rief die Kinder alle zusammen. "Hört einmal," sagte er, "wir haben ein Mittel ausfindig gemacht, durch das sich der Geldverlust wieder hereinbringen läßt. Zwei von euch können uns allen helfen. Wer sind wohl die zwei Glücklichen? Ratet einmal!"
Sie sahen sich fragend an "Wenn es gerade zwei sind, wird es Marianne sein," schlug Karl vor.
"Richtig geraten. Aber wie?"
"Wenn sie nicht immer so schöne Kleider und seidene Zopfbänder tragen," meinte Wilhelm. Die Zwillinge musterten sich gegenseitig, und auch die Blicke aller anderen ruhten auf ihnen. Die beiden Mädchen standen da in ihren vertragenen schottischen Kleidern, mit grauen Schürzen, und ihre blonden Zöpfe waren mit schmalen blauen Bändchen gebunden.
"Da werden wir keine großen Summen heraus sparen können," meinte Herr Pfäffling, "eher könntet ihr Buben in der Kleidung etwas sparen, wenn ihr eure Anzüge besser schonen würdet. Nein, das ist's nicht, wir wissen etwas anderes."
"Etwas," setzte Frau Pfäffling hinzu, "das jeden Monat 20 Mark und noch mehr einbringt."
Nun waren sie alle aufs äußerste gespannt. "Ihr erratet es nicht, ich will es euch sagen," und Herr Pfäffling wandte sich an die Mädchen: "Ihr Beiden zieht in die Bodenkammer hinauf, dann können wir euer Zimmer an einen Zimmerherrn vermieten und schweres Geld dafür einnehmen. Ist das nicht ein feiner Plan? Das muß euch doch freuen? Die Mutter will alles Gerümpel aus der Kammer herausräumen und eure Betten hineinstellen und im übrigen dürft ihr alles ganz nach eurem Belieben einrichten; in eurem Reich da oben redet euch niemand darein; aus den alten Kisten könnt ihr Tische machen und Stühle und was ihr nur wollt."