„Philipp!“ riefen sie alle erstaunt, „ja woher hast du denn gewußt, daß wir jetzt kommen?“
„Einmal habt ihr doch kommen müssen! Siebenmal habe ich euch schon erwartet, vorgestern, gestern und heute; ganz heimisch bin ich geworden am Bahnhof. Warum seid ihr so spät gekommen, habt ihr meinen Brief nicht erhalten?“
„Nein, keinen Brief, auch nicht vom Vater.“
„Der Vater kommt morgen. Hat telegraphiert. Auch Ludwig kommt morgen. Das wird sein, wenn wir erst alle beisammen sind, Mutter. Jetzt kommt nur heim, ihr seht gar nicht aus, als ob ihr aus der Sommerfrische kämt. Aber daheim ist schon der Tisch für euch gedeckt. Nämlich schon seit zwei Tagen.“
„Wie bist du denn ins Haus gekommen, es ist doch alles gesperrt?“
„Es gibt ja Schlosser! Ich habe dir alles geschrieben, Mutter, aber es scheint, die Briefe gehen nicht mehr nach Österreich. Die ganze Haushaltung habe ich in Gang gebracht, die Kathi herbeigeholt, ihr werdet staunen. Dürft euch nur aufs Sofa setzen und es euch wohl sein lassen.“
Ja, es wurde ihnen jetzt schon wohl bei der freundlichen Aussicht. „Aber weißt du, daß Krieg ist?“ fragte Karl. Philipp lachte hell auf. „Besser als du. Wißt ihr schon das Neueste? England hat uns den Krieg erklärt!“
Die Mutter blieb mitten auf der Straße stehen: „England! Kinder, das ist ja schrecklich! England auch! England mit den Slaven gegen uns? Ist es denn amtlich mitgeteilt?“
„Amtlich, an allen Ecken kannst du das Telegramm lesen. Aber Mutter, nur keine Angst, du wirst sehen, wir werden mit allen fertig. Aber wir müssen auch alle zusammenhelfen. Jetzt heißes: Alle Mann auf Deck! Du hast also meinen Brief nicht bekommen? Ich habe dir geschrieben, Mutter, daß ich mich als Freiwilliger gemeldet habe.“
Wieder stand die Mutter vor Schrecken still: „Philipp, du mit deinen siebzehn Jahren!“