Gebhard sah den Soldaten, der immer prüfend auf den Hund blickte, mit großen Augen an. "Aber meinen gebe ich nicht her!"

Der Hundeführer wandte sich an seinen jungen Vetter. "Ich war der
Meinung, er sei zu verkaufen, du hast doch so etwas gesagt?" Der
Schlingel lachte.

"Bloß damit du einmal an die Schule kommst und den Hund anschaust, ob der wohl zum Sanitätshund gut wäre."

"Ja," sagte Gebhard, "dann ginge ich, wenn ich groß bin auch als Führer mit ihm in den Krieg."

Der Feldgraue lachte: "O Buben, was schwätzt ihr! Bis ihr groß seid, ist doch der Krieg längst aus und so aus, daß nicht gleich wieder jemand sich traut mit uns anzubinden. Und der Hund wäre auch bis dahin zu alt, jetzt wäre er gerade recht. Aber ich glaub's gern, daß du ihn nicht hergibst," sagte er freundlich zu Gebhard, dessen Hand streichelnd auf Leos Kopf ruhte. Dieser Ton ermutigte Gebhard zu Fragen, die ihn längst beschäftigt hatten.

"Ich kann mir gar nicht denken," sagte er, "wie ich meinen Hund lehren sollte, daß er Fremde aufsucht, Verwundete. Wie haben Sie denn das gemacht?"

"Das ist nicht so schnell gesagt und hat ja für dich auch keinen Wert."

"Ich hätte es nur so gern gewußt."

Der kleine Vetter legte sich ins Mittel. "Du kannst es ihm doch sagen!"

"Wenn ihr einmal herauskommt auf das Gelände hinter dem Lazarett, kann ich's euch zeigen."