"Ich gehe!" laut und fest sagte es der Förster und wandte sich der Türe zu.
"Vater, tu's nicht!" Noch einmal kam der Ruf von Gebhard, der noch immer umklammert war von harten Soldatenfäusten.
Der Vater wandte sich an den Offizier: "Lassen Sie mein Kind frei, nach
Ihrem Ehrenwort."
Ein Wink des Offiziers und die Soldaten ließen den Knaben los; aber sie drängten sich zwischen ihn und den Förster und ließen die beiden nicht zueinander kommen. Nur konnten sie nicht verhindern, daß ein letzter Blick vom Vater zum Sohn ging, ein Blick voll Liebe und Stolz.
"Vorwärts!" befahl der Offizier.
Sie verließen das Zimmer; Gebhard rannte nach der Schlafzimmertüre, die wieder verriegelt war. "Mach auf, Mutter, sie sind fort!" und außer sich vor Zorn und Jammer rief er. "Der Vater ist doch mit ihnen gegangen! Jetzt muß er die Deutschen verraten!"
Helene war erschüttert durch die Verzweiflung des Knaben. Sie versuchte ihn zu trösten, zog ihn in mütterlicher Zärtlichkeit an sich: "Der Vater kommt morgen schon zurück, der Offizier hat's auf Ehre versprochen. Sieh, wenn er nicht nachgegeben hätte, wären wir alle umgebracht worden. Er hat mitgehen müssen, er hat doch nicht anders gekonnt!"
"Aber der Vater darf doch die Deutschen nicht verraten," schluchzte das
Kind.
"Denke nicht mehr daran. Denke, daß wir jetzt alle grausam mißhandelt und getötet würden. Gott Lob, daß der Vater uns davor behütet hat."
Gebhard konnte sich nicht fassen, zornig stampfte er und rief: "Der
Vater darf doch kein Verräter sein!"