„Nun, ich fühle mich gesund, aber die Arbeit liegt mir sehr auf dem Magen.“
„So, so!“ lächelte Eran.
„Ja, dem Himmel sei es geklagt. Die Sache wird schwieriger, je weiter ich vorwärtsschreite. Aber ich schulde dir noch die Antwort auf deine zweite Frage. Ich arbeite am G meines Werkes.“
„Wie? Erst am siebenten Buchstaben von den fünfundzwanzig des Erdenalphabetes? Kaum möglich!“
„Und doch ist es leider so, wie ich dir sage,“ antwortete Frommherz betreten.
„Merkwürdig!“ erwiderte Eran, den Kopf schüttelnd. „Du bist doch schon seit zwei Jahren deiner Zeitrechnung ununterbrochen an der Arbeit. Wann willst du sie denn beenden?“
„Das weiß ich selbst nicht,“ murmelte der Gelehrte, „es wird je länger, je schlimmer. Da sieh her!“ Mit diesen Worten zog er eine große Schublade seines Schreibtisches auf. Sie war bis oben mit eng beschriebenen Bogen von stattlicher Größe gefüllt.
„Fast tausend Manuskriptseiten und noch nicht einmal ein Drittel des Werkes vollendet! Nein, ehrwürdiger Eran, ein so umfangreiches Buch hat Fridolin Frommherz auf Erden niemals geschrieben! Und da, sieh alle die Zettel und mühsam gesammelten Notizen — ihr habt mir wahrlich Schweres aufgebürdet und laßt mich die Daseinsfreuden auf dem Lichtentsprossenen sauer genug verdienen.“
Ein Lächeln huschte über Erans milde Züge. „So möchtest du wohl lieber wieder zur Erde und dein Wörterbuch unvollendet uns zurücklassen?“
„Nein, nein, das doch nicht,“ erwiderte Frommherz hastig, und eine Blutwelle stieg ihm ins Gesicht, als er bei diesen Worten unwillkürlich an Benta dachte.