„Ich habe noch eine kleine Bitte!“

„Was soll’s sein?“ brummte der Beamte.

„Würden Sie mir nicht eine Tasse Tee oder Kaffee nebst einigen Brötchen gestatten?“

„Warum nicht,“ entgegnete der Kommissär, der inzwischen die Depesche gelesen und durch ihren Inhalt sich mehr und mehr aus der Rolle des Anklägers und Beschuldigers in die des unbewußt Schuldigen fallen fühlte.

Das Telegramm war aufgegeben. Frommherz hatte mit Behagen sein erstes frugales Frühstück auf Erden wieder im Amtszimmer des Polizeigewaltigen verzehrt und machte nun in seinem Tagebuche die letzten Notizen. So waren gegen zwei Stunden ruhig verflossen, als in sausender Geschwindigkeit ein Autoelektrik in Cannstatts Mauern einfuhr und vor dem Polizeikommissariat hielt. Dem Wagen entstiegen drei Herren. Die Türe des Amtszimmers wurde hastig aufgerissen, und herein stürzte als erster Piller.

„Ha, er ist’s, er ist’s tatsächlich! Ich kenn’ ihn an der Narbe auf seiner Stirn. Her an meine Brust, Fridolin, Freund und Bruder!“ schrie Piller voll freudiger Aufregung und umarmte den von seinem Sitze Aufgestandenen.

Auch Stiller und Brummhuber begrüßten den so unerwartet wiedergekehrten Freund auf das innigste. In Piller aber kochte es wie in einem Vulkane über den seinem Freunde angetanen Schimpf.

„So, also da herein in dieses übelriechende Wachtlokal haben sie dich geschleppt, nachdem du kaum den Boden des teuren Schwabenlandes betreten?“ wetterte er. „O heilige Einfalt, dreimal gebenedeite Dummheit!“

„Der Herr hatte keine Ausweispapiere,“ suchte sich der Kommissär zu entschuldigen. „Auch der ganze Aufzug war uns verdächtig, kurz . . .“ aber Piller ließ Herrn Grobschmiedle nicht ausreden.