„Als freier Mann konnte ich aber doch tun oder lassen, was ich wollte,“ meinte Frommherz etwas unsicher.
„Du bist augenblicklich selbst nicht von dem überzeugt, was du da sagst. Es gibt auch moralische Verpflichtungen, die sich nicht in vorgeschriebene Verordnungen fassen lassen. Zudem tadeln wir nicht dein Hierbleiben an sich, sondern die Art und Weise, wie du es deinen Gefährten gegenüber durchgesetzt hast.“
Der Erdensohn schwieg betreten und starrte vor sich hin.
Nach einer kleinen Pause fuhr Eran fort: „Doch beruhige dich, mein Freund! Ich kann dir schon jetzt die Art deiner sogenannten Strafe offenbaren, war ich es doch, der sie bei Anan, unserm Ältesten, in Vorschlag brachte. Und daß er meinen Vorschlag annehmen wird, kann ich mit ziemlicher Sicherheit erwarten.“
„So sage mir, bitte, worin meine Strafe bestehen soll.“
„In einer wissenschaftlichen Arbeit,“ antwortete Eran lächelnd.
„Weiter nichts?“
„Nein, mein Freund, weiter nichts, falls du die Herstellung eines Wörterbuches deiner Sprache nicht als Strafe betrachtest.“
„Nein, gewiß nicht!“ erwiderte der Erdensohn, wieder einmal fröhlich lachend und plötzlich von allem Druck befreit. „Allerdings verstehe ich von der Herstellung eines Wörterbuches, ehrlich gesagt, nicht allzu viel, aber ich denke, daß sich die Arbeit bei gutem Willen schon ausführen lassen dürfte. Aber wozu braucht denn ihr hier oben auf dem Lichtentsprossenen ein Wörterbuch der deutschen Sprache?“
„Um die Bücher eurer ersten Denker und Dichter, die deine Brüder uns als Geschenke zurückgelassen haben, im Urtexte lesen zu können.“